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Ausstellungseröffnung im Möbelmuseum Wien im Rahmen der Vienna Design Week am 30. September 2026 Kindermöbel damals & heute

Im Rahmen der Vienna Design Week präsentiert das Möbelmuseum Wien von 25. September bis 8. Dezember 2026 Margarete Schütte-Lihotzkys "Kinderhaus St. Pölten" sowie ausgewähltes Design der Gegenwart.

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v.l.n.r.: Petra Reiner (Leitung Möbelmuseum Wien), Eva B. Ottillinger (Kuratorin und stv. Abteilungsleiterin, BMWET), Christine Schwaiger (Gastkuratorin und Professorin an der New Design University St. Pölten), Gabriel Roland (Direktor Vienna Design Week), Alexander Palma, (Bereichsstellvertreter für die Abt. IV/5 bis Abt. IV/10 Sektion IV Tourismus und Kulturelles Erbe, BMWET), Anja Hasenlechner (Abteilungsleiterin, BMWET);  Foto: SKB_Christian Mikes

Margarete Schütte-Lihotzkys wegweisende Gestaltung trifft im Rahmen der Vienna Design Week (25. September bis 4. Oktober 2026) auf aktuelles österreichisches Möbeldesign. Rekonstruktionen und ein Modell machen das seit Jahrzehnten verlorene Interieur des Kinderhauses St. Pölten wieder sichtbar.

Im Zentrum der von Eva B. Ottillinger, Kuratorin und stellvertretende Leiterin der Abteilung Historische Sammlungen im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, und Christine Schwaiger, Gastkuratorin und Professorin an der New Design University St. Pölten kuratierten Präsentation im Möbelmuseum Wien steht eine Frage, die Margarete Schütte-Lihotzky bereits vor mehr als 70 Jahren beschäftigte: Wie müssen Räume und Möbel gestaltet sein, damit sie den Bedürfnissen von Kindern gerecht werden?

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Ausstellungseröffnung im Möbelmuseum Wien im Rahmen der Vienna Design Week am 30. September 2026;  Foto: SKB_Christian Mikes

1953 verwandelte die österreichische Architektin eine Direktorenvilla der Ersten Österreichischen Glanzstoff-Fabrik AG in St. Pölten in ein „Kinderhaus“ und entwarf dafür eine eigene Innenausstattung. Im Rahmen der Vienna Design Week 2026 macht das Möbelmuseum Wien dieses heute nicht mehr erhaltene Ensemble wieder sichtbar und stellt den Entwürfen aktuelle Kindermöbel österreichischer Designerinnen und Designer gegenüber.

Die Präsentation „Das Kinderhaus St. Pölten“ ist von 25. September bis 8. Dezember 2026 im Möbelmuseum Wien, einem Standort der Schönbrunn Group, zu sehen und knüpft zugleich an die aktuelle Ausstellung „Made in Austria. Möbeldesign 1948–1960“ sowie an den diesjährigen Jahresschwerpunkt „Smartening Up“ des Möbelmuseums Wien an. Am 30. September 2026 lud das Museum gemeinsam mit der Vienna Design Week zur Eröffnung der Präsentation.

Aus der Direktorenvilla wird ein Haus für Kinder

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Ausstellungseröffnung im Möbelmuseum Wien im Rahmen der Vienna Design Week am 30. September 2026;  Foto: SKB_Christian Mikes

In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Österreich Möbel und Räume für viele Lebensbereiche neu gedacht – auch für Kinder. 1953 erhielt Margarete Schütte-Lihotzky den Auftrag, die Direktorenvilla der 1904 gegründeten Ersten Österreichischen Glanzstoff-Fabrik AG in St. Pölten in ein Kinderhaus zu verwandeln. Unter einem Dach entstanden eine Kinderkrippe, ein Kindergarten und ein Hort für Schulkinder. Mit geringen Mitteln gestaltete Schütte-Lihotzky Räume zum Spielen und Lernen, Essen und Ruhen, die praktisch und zugleich gemütlich sein sollten. Als Pionierin des sozialen Wohnens griff sie dabei auf ihre langjährigen Erfahrungen im sozial motivierten Bauen und Einrichten zurück und stimmte Architektur und Einrichtung konsequent auf die Bedürfnisse der kleinen Nutzerinnen und Nutzer ab.

Zu den eigens für das Kinderhaus entworfenen Möbeln gehörte der „Armsessel für Gruppe und Krippe“. Der Entwurf basiert auf den „Kindermöbeln für Wohnungen: Kinderstühlchen“, den die Architektin bereits 1935/1936 in Moskau in vier Sitzhöhen für unterschiedlich große Kinder konzipiert hatte. Für St. Pölten wählte sie eine Sitzhöhe von 29 Zentimetern, die sowohl für die kleineren Kinder der Krippe als auch für die etwas größeren Kindergartenkinder geeignet war. Bei den Materialien setzte sie auf Buche und Gurtengeflecht, eine Wahl, die auch von der Materialknappheit der Nachkriegszeit geprägt war.

Von Schütte-Lihotzky zum Design der Gegenwart

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Kindermöbel;  Foto: SKB_Christian Mikes

Heute wie damals gilt: Möbel für Kinder sollten funktional und robust sein, zugleich aber auf ihre Körpergröße, ihre Bewegungsfreiheit und ihren Umgang mit Gegenständen abgestimmt sein. Die Präsentation schlägt deshalb den Bogen von Schütte-Lihotzkys Entwürfen in die Gegenwart und zeigt, welche Antworten österreichische Designerinnen und Designer heute auf diesen Designanspruch finden.

In der Galeriepräsentation zu sehen sind der mit dem Red Dot Award 2020 ausgezeichnete Kinderstuhl und Armsessel „Anuk“ von Höllrigl + Lustig, der Kinderstuhl „Suna“ von March Gut mit einer bereits in der Nachkriegszeit verbreiteten stabilen Kufenkonstruktion sowie „OKKO“ von EOOS. Ursprünglich für Kinder entwickelt, wird „OKKO“ heute vom Tiroler Hersteller Hussl in drei Sitzhöhen für Kleinkinder, Schulkinder und Erwachsene produziert.