Österreichs Wirtschaftsbeziehungen
Für eine kleine und offene Volkswirtschaft, wie die österreichische, sind die wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Ausland von herausragender Bedeutung. Exporte und Importe von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Know-how sind entscheidende Bestimmungsfaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Statistische Informationen zur Außenwirtschaft sind zu finden unter dem Bereich Services und Zahlen-Daten-Fakten Außenwirtschaft.
Pflege und Ausbau der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen sowie die Förderung der Exportorientierung der österreichischen Unternehmen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) steht daher im regelmäßigen Dialog mit in- und ausländischen wirtschaftsrelevanten Institutionen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Europäischen Union. Dieser Dialog hat zum Ziel, durch Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken und dadurch zu einem nachhaltigen Wachstum und zur Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen beizutragen.
Der österreichische Außenhandel hat sich im Langzeitverlauf äußerst positiv entwickelt. Die Summe des Gesamtwarenhandels hat sich von einem Ausgangspunkt von rund 145 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf rund 387 Milliarden Euro im Jahr 2025 gesteigert. Österreich hat sich von kurzzeitigen Einbrüchen aufgrund der Finanzkrise 2008/2009 und der Covid-19 Pandemie rasch erholt. Die wirtschaftliche Entwicklung steht jedoch weiterhin unter dem Einfluss der volatilen globalen Wirtschaftslage. Vor dem Hintergrund handelspolitischer Spannungen und eines daraus resultierenden Rückgangs der Exporte in die USA (−20,4 Prozent), bei gleichzeitig stark gestiegenen Importen aus China (+13,8 Prozent), verzeichnete Österreich im Jahr 2025 ein Handelsbilanzdefizit von 6,6 Milliarden Euro. Den Exporten im Wert von rund 190 Milliarden Euro standen Importe von etwa 197 Milliarden Euro gegenüber. Rund 37 Prozent der österreichischen Exporte entfallen auf den Bereich Maschinen und Fahrzeuge, gefolgt von bearbeiteten Waren (20 Prozent), chemischen Erzeugnissen (16 Prozent) und sonstigen Fertigwaren (10 Prozent). Diese Warengruppen bilden zusammen 83 Prozent der österreichischen Ausfuhren und damit das Rückgrat der heimischen Exportwirtschaft. Sie stehen für hohe technologische Kompetenz, spezialisierte industrielle Fertigung sowie eine starke Einbindung in europäische und globale Wertschöpfungsketten.
Aufgrund von multiplen Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen gab es 2024 und 2025 einen Rückgang der österreichischen Exporte, was die Frage aufwirft, wie Österreichs Exporte gezielt auf internationale Wachstumsregionen ausgerichtet werden können. Vor diesem Hintergrund hat das BMWET eine Studie zum Thema „Wachstumstreiber von morgen - Zukunftsmärkte für den österreichischen Export“ in Auftrag gegeben, die darauf abzielt, bestehende Stärken strategisch weiter auszubauen, aber auch neue Potenziale in Form von Wachstums- und Exporttreibern zu identifizieren. Dabei liegt der Fokus auf relevanten Produktgruppen und internationalen Exportmärkten, wodurch Orientierung im Rahmen außenhandelspolitischer Schwerpunktsetzungen gegeben ist. Die Studie wird in naher Zukunft veröffentlicht.
Einen zentralen Pfeiler der Exportförderung stellt die gemeinsame Internationalisierungsoffensive go-international des BMWET und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) dar. Bislang wurden rund 50.000 österreichische Unternehmen erfolgreich beim Eintritt in neue Märkte und beim Ausbau bestehender Auslandsgeschäfte durch go-international unterstützt, wobei der Fokus auf Innovation, Technologie, Green-Tech, Digitalisierung und Wertschöpfungsketten liegt. In der aktuellen, bis März 2027 laufenden, Förderperiode stellt das BMWET Budgetmittel in Höhe von 51,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die Initiative bietet Unternehmen Informationen, Beratung, sowie Direktförderungen, die unter anderem für den Markteintritt, die digitale Internationalisierung und internationale Projekte genutzt werden können.
Ein wesentlicher Partner des BMWET ist dabei AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA. Das ist die internationale Außenwirtschafts- und Innovationsagentur der WKÖ, die weltweit unter dem Markennamen „ADVANTAGE AUSTRIA“ operiert. Sie verfügt über rund 100 Büros in mehr als 70 Ländern und beschäftigt über 700 Mitarbeitende, darunter Wirtschaftsdelegierte und lokale Experten und Expertinnen. Hauptaufgabe ist es, österreichische Unternehmen bei Auslandsgeschäften umfassend zu unterstützen - von der Markterkundung bis hin zur strategischen Begleitung bei Exportvorhaben und Direktinvestitionen. Sie vernetzt heimische Unternehmen weltweit, sichert nachhaltige Marktpräsenz und verstärkt Österreichs Rolle als zuverlässiger Partner im globalen Handel.
Die Beteiligung Österreichs an internationalen Großveranstaltungen wie den Weltausstellungen (EXPOs) ist ein weiterer Baustein der strategischen Außenwirtschaftsausrichtung. EXPOs bieten eine globale Plattform, auf der sich Österreich als innovativer, nachhaltiger und wirtschaftlich attraktiver Standort präsentieren kann. Durch die Präsenz im Rahmen nationaler Pavillons entstehen wertvolle Gelegenheiten zur Imagebildung, zur Anbahnung neuer Geschäftsbeziehungen sowie zur Vertiefung bestehender Kooperationen. Österreichische Unternehmen profitieren dabei von gesteigerter internationaler Sichtbarkeit, während der Wirtschaftsstandort insgesamt durch gezielte Positionierung in Zukunftsthemen wie Umwelttechnologien, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft gestärkt wird.
Ein zunehmend wichtigerer Aufgabenbereich des BMWET besteht darin, aktiv an der Ausgestaltung der europäischen Initiative Global Gateway mitzuwirken und österreichische Unternehmen bei der Beteiligung an Global Gateway Projekten bestmöglich zu unterstützen. Global Gateway dient als geopolitischer Ansatz, um dem globalen Investitionsbedarf hinsichtlich Infrastruktur und Konnektivität gerecht zu werden. Von 2021 bis 2027 sollen Infrastrukturinvestitionen in Höhe von 400 Milliarden Euro in den Bereichen Digitalisierung, Klima und Energie, Verkehr, Gesundheit sowie Bildung und Forschung in Partnerländern mobilisiert werden. Die Kooperationen erfolgen auf Augenhöhe, wodurch beide Seiten profitieren - einerseits durch lokale Wertschöpfung, andererseits ergeben sich dadurch auch enorme Investitionspotenziale für europäische Unternehmen.
Weiters unterstützt die ABA (Austrian Business Agency) durch Invest in Austria, eine der drei strategischen Stoßrichtungen der Ansiedlungsagentur, bei der Gewinnung und Begleitung internationaler Unternehmen bei der Gründung von Niederlassungen und Projekten in Österreich, mit Informationen zu Standortfaktoren, steuerlichen Rahmenbedingungen, Infrastruktur, Kontaktvermittlung und behördlichen Abläufen. Work in Austria, eine weitere Subeinheit der ABA, dient zur Rekrutierung hochqualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland, wozu unter anderem umfassende Informationen zu Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen gehören. Ein dritter Schwerpunkt der ABA liegt bei Film in Austria, das Österreich als internationalen Filmstandort international hervorhebt und Produktionen nach Österreich holt.
Die Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) ist die nationale Förderbank der Republik Österreich, bündelt sämtliche unternehmensbezogene Wirtschaftsförderungen des Bundes und unterstützt dabei österreichische Unternehmen bei der Internationalisierung. Dabei werden Finanzierungsinstrumente und Förderprogramme angeboten, sowie eine Vernetzungsplattform zur Verfügung gestellt.
Das Global Incubator Network Austria (GIN) verbindet das heimische Startup-Ökosystem mit internationalen Partnern - insbesondere aus Asien - und bietet maßgeschneiderte Beschleunigungsprogramme wie „GO AUSTRIA“, welche Startups beim Aufbau einer Präsenz in Österreich unterstützen. GIN ergänzt damit die Internationalisierungsarchitektur Österreichs um einen praxisorientierten und global vernetzten Inkubator-Ansatz.
Österreichs Wirtschaftsbeziehungen nach Regionen gegliedert:
- Europa
- Afrika sowie Naher und Mittlerer Osten
- Amerika
- Asien- und Pazifik
- Osteuropa sowie Zentralasien
Kontakt
Außenwirtschaftsbeziehungen: wirtschaftsbeziehungen@bmwet.gv.at