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EU-Vorhabenbericht 2026

 
Schwerpunkte und Prioritäten der europäischen Energie- und Wirtschaftspolitik im Jahr 2026

Wettbewerbsfähigkeit als Leitmotiv

Die Sicherung und Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit ist eine der Hauptprioritäten der EU-Kommission für die Amtsperiode 2024 bis 2029. Zentrale Elemente sind dabei die Förderung von Innovation, die Dekarbonisierung, ein gezielter Bürokratieabbau, Versorgungssicherheit mit Energie und Rohstoffen sowie breit aufgestellte Handelsbeziehungen. Ziel ist es, die wirtschaftliche Resilienz der Europäischen Union zu erhöhen und ihre Position im globalen Wettbewerb nachhaltig zu sichern, gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und einer beschleunigten technologischen Transformation.

Auch im BMWET bilden diese Themen Arbeitsschwerpunkte im Jahr 2026.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen verbessern

Ein wettbewerbsfähiges Europa erfordert moderne und effiziente wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Im Zentrum stehen die weitere Vertiefung des Binnenmarkts - insbesondere im Dienstleistungsbereich - sowie Fortschritte bei der Kapitalmarktunion, um Investitionen zu mobilisieren und das Wachstumspotenzial der europäischen Wirtschaft besser auszuschöpfen.

Ein zentraler Aspekt ist dabei die Reduktion administrativer Belastungen. Bürokratische Regelwerke - etwa im Bereich Lieferketten, Chemikalienrecht oder Verteidigung - sollen vereinfacht und zusätzliche nationale Auflagen (sogenanntes "Gold-Plating") vermieden werden. Ein ausgewogenes Regulierungssystem ist entscheidend, um Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Innovation zu sichern.

Energiepreise und Versorgungssicherheit

Die Sicherstellung leistbarer Energiepreise und einer verlässlichen Energieversorgung stellt eine zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft dar. Insbesondere energieintensive Industrien sehen sich weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert.

Vor diesem Hintergrund ist die Weiterentwicklung eines integrierten und resilienten Energiebinnenmarkts von entscheidender Bedeutung. Ziel ist es, Versorgungssicherheit zu gewährleisten, Preisvolatilitäten zu reduzieren und gleichzeitig die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft voranzutreiben.

Die energie- und klimapolitischen Maßnahmen der Europäischen Union zielen darauf ab, die industrielle Basis zu stärken und gleichzeitig die Dekarbonisierung voranzubringen. Dabei kommt der gezielten Förderung strategischer Investitionen sowie der Reduktion kritischer Abhängigkeiten eine zentrale Rolle zu.

Strategische Ausrichtung der Handelspolitik

Schließlich steht die europäische Handelspolitik zunehmend im Zeichen geopolitischer Spannungen. Das sich wandelnde internationale Umfeld erfordert eine strategische Neuausrichtung mit dem Ziel, bestehende Abhängigkeiten insbesondere in den Bereichen Energie, Rohstoffe, Lieferketten und Schlüsseltechnologien gezielt zu reduzieren.

Die Diversifizierung der Handelsbeziehungen sowie der Einsatz industriepolitischer Instrumente zur Sicherung strategischer Wertschöpfungsketten gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Abschluss ausgewogener und transparenter Handelsabkommen mit wirtschaftlich und geopolitisch verlässlichen Partnern stellt dabei ein zentrales Element dar, um die wirtschaftliche Position Europas im internationalen Umfeld zu sichern und weiter auszubauen.

Gleichzeitig steht die europäische Industrie angesichts globaler Überkapazitäten und zunehmender protektionistischer Tendenzen in industriepolitischen Schlüsselbereichen wie Stahl und Aluminium unter wachsendem Druck. Eine koordinierte europäische Antwort ist erforderlich, um faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen und industrielle Wertschöpfung in Europa langfristig zu sichern.

Tourismus als wirtschaftlicher und strategischer Faktor

Der Tourismus zählt zudem zu den bedeutenden Wirtschaftszweigen der Europäischen Union und spielt eine zentrale Rolle für Wachstum, Beschäftigung und regionale Entwicklung. Vor diesem Hintergrund arbeitet die Europäische Kommission an einer umfassenden EU-Strategie für einen nachhaltigen Tourismus, deren Veröffentlichung für 2026 vorgesehen ist. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des europäischen Tourismus zu stärken und gleichzeitig den ökologischen und digitalen Wandel aktiv voranzutreiben.

Im Fokus stehen dabei insbesondere nachhaltige Tourismusmodelle, die Förderung von Innovation und Digitalisierung sowie die Stärkung von Kompetenzen im Tourismussektor. Ergänzend gewinnen Initiativen zur besseren Vernetzung, wie etwa durch europäische Datenräume, sowie zur Verbesserung grenzüberschreitender Mobilität zunehmend an Bedeutung. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das touristische Angebot qualitativ weiterzuentwickeln und effizienter auf veränderte Nachfrage- und Rahmenbedingungen zu reagieren

Hintergrundinformationen:

Jeder Bundesminister/jede Bundesministerin übermittelt jährlich einen Bericht an das Parlament, in welchem die EU-Vorhaben seines Wirkungsbereichs dargestellt werden.

Basis sind Artikel 23 f Abs. 2 B-VG sowie der Beschluss des Ministerrates vom 17. November 2004 betreffend das Zusammenwirken von Bundesregierung und Parlament in EU-Angelegenheiten. Der Bericht ist dem Parlament gemäß § 7 EU-Informationsgesetz (BGBl I Nr. 113/2011) bis zum 31. Jänner eines jeden Jahres zu übermitteln. Dies dient dazu, die Mitwirkungsrechte des österreichischen Parlaments in der europäischen Rechtssetzung zu stärken und dadurch Transparenz im europäischen Entscheidungsprozess zu gewährleisten.

Die Grundlage für die Jahresvorschau 2026 des BMWET bildet das Achtzehnmonatsprogramm der Trio-Ratspräsidentschaft (Polen, Dänemark, Zypern) für den Zeitraum 01. Jänner 2025 bis 31. Juli 2026, das Arbeitsprogramm der zypriotischen EU-Ratspräsidentschaft für das 1. Halbjahr 2026 sowie das Arbeitsprogramm der Europäischen Kommission für 2026.

Weitere Informationen

Bericht EU-Vorhaben BMWET 2026 Wirtschaft_Energie_Tourismus (PDF, 2 MB)

 

Kontakt

EU-Koordination und EU-Binnenmarkt: eukoordination-wirtschaft@bmwet.gv.at