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Clustertage / Online Veranstaltungen Verschaffen Sie sich einen Überblick über vergangene Webinare der Clusterplattform

Die österreichische Industriestrategie und die Rolle der Cluster im industriellen Wandel

Rolle der Cluster im industriellen Wandel

Am 27. April 2026 veranstaltete die Clusterplattform gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) ein Webinar zur österreichischen Industriestrategie und ihrer Bedeutung für die österreichische Clusterlandschaft. Mehr als 40 Personen aus Clusterorganisationen, Netzwerken, und dem Innovationsökosystem nahmen teil und nutzten die Gelegenheit, sich aktiv mit Fragen einzubringen.

Das Webinar wurde von Stefan Buchinger, Abteilungsleiter und stellvertretender Sektionschef (BMWET), eröffnet, der die Zielsetzung der Veranstaltung vorstellte und die Industriestrategie als wichtiges strategisches Orientierungsdokument für Industriepolitik und Innovationsökosysteme einordnete. In seiner Moderation betonte er insbesondere die Relevanz der Strategie für Clusterorganisationen als Umsetzungsakteure an der Schnittstelle zwischen Unternehmen, Forschung und öffentlicher Hand. Zum Abschluss fasste er die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und hob die Bedeutung der laufenden Fortschrittsmessung und Weiterentwicklung der Strategie für die österreichische Cluster Community hervor.

Überblick zur Industriestrategie: Beitrag von Sylvia Vana, Abteilungsleiterin BMWET

Im ersten fachlichen Beitrag stellte Sylvia Vana die österreichische Industriestrategie im Überblick vor. Sie erläuterte die Entstehung der Strategie, die auf einem breiten Beteiligungsprozess mit Wissenschaft, Unternehmen und Sozialpartnern basiert und aus mehr als  schließlich in 117 priorisierte Maßnahmen überführt wurde.

Zentrales Ziel der Strategie ist es, Österreich unter die Top-10-OECD-Industriestandorte zu bringen und den Anteil der industriellen Wertschöpfung auf 20 Prozent der Wirtschaftsleistung zu erhöhen.

Besonders hervorgehoben wurde der Fokus auf Schlüsseltechnologien, die künftig als Leitlinie für industriepolitische Maßnahmen, Förderprogramme und regulatorische Rahmenbedingungen dienen sollen. Für deren Umsetzung stehen bis 2029 rund 2,6 Milliarden Euro zur Verfügung.

Darüber hinaus stellte Sylvia Vana die zentralen strategischen Ziele der Industriestrategie vor, darunter:

  • Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
  • Ausbau der wirtschaftlichen Resilienz
  • Förderung nachhaltiger und zirkulärer Produktion
  • Weiterentwicklung der Innovationskraft
  • Sicherung des Fachkräftepotenzials

Sie betonte zudem, dass bereits rund 10 Prozent der Maßnahmen in Umsetzung sind und ein kontinuierliches Monitoring über eine eigene Industrie-Task-Force vorgesehen ist.

Einordnung aus Clusterperspektive: Beitrag von Michael Fälbl (Plattform Industrie 4.0)

Im Anschluss stellte Michael Fälbl ausgewählte Maßnahmen der Industriestrategie aus Sicht der Plattform Industrie 4.0 vor und ordnete deren Relevanz für Clusterorganisationen ein.

Er betonte, dass die Industriestrategie insbesondere dort eine wichtige Rolle spielt, wo Unternehmen sogenannte "Collective-Action-Probleme" nicht alleine lösen können – etwa beim Aufbau gemeinsamer Infrastruktur, bei Kompetenzentwicklung oder bei technologischen Transformationsprozessen. Gerade hier können Clusterorganisationen als zentrale Kooperationsplattformen wirken.

Als besonders relevante Ansatzpunkte für Cluster hob er unter anderem hervor:

  • Programme zur Förderung von Leitbetrieben in Verbindung mit Innovationsökosystemen
  • Ausbau von Innovationshubs und Clusterstrukturen
  • Shared-Lab-Infrastrukturen für Unternehmen
  • neue Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Schlüsseltechnologien
  • Experimentierräume (Regulatory Sandboxes)
  • Aufbau regionaler Recycling- und Transformationscluster
  • Förderung von Test- und Messinfrastruktur
  • Maßnahmen zur digitalen Souveränität und Normungspolitik

Zugleich unterstrich er, dass viele Maßnahmen der Strategie bewusst als Rahmen angelegt sind und ihre konkrete Wirkung stark von der weiteren Umsetzung abhängen wird.

Bedeutung der Industriestrategie für die Clusterlandschaft

Im Verlauf des Webinars wurde deutlich, dass die Industriestrategie zahlreiche konkrete Anknüpfungspunkte für Clusterorganisationen und Netzwerke bietet – insbesondere in den Bereichen Technologietransfer, Qualifizierung, Infrastrukturentwicklung, industrielle Transformation sowie regionale Innovationsökosysteme.

Cluster können damit eine wichtige Rolle bei der Umsetzung zentraler industriepolitischer Prioritäten übernehmen – etwa im Zusammenhang mit Schlüsseltechnologien, Industrie 4.0, Kreislaufwirtschaft oder resilienten Wertschöpfungsketten.

Aktiver Austausch mit der Cluster-Community

Im Anschluss an die Präsentationen nutzten die über 40 Teilnehmenden die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Vortragenden. Die Diskussion zeigte das große Interesse der österreichischen Cluster-Community an der konkreten Umsetzung der Industriestrategie sowie an möglichen Beteiligungsformaten für Clusterorganisationen.

Das Webinar machte deutlich: Die österreichische Industriestrategie bietet nicht nur einen strategischen Rahmen für die Weiterentwicklung des Industriestandorts, sondern auch konkrete Ansatzpunkte für die aktive Mitgestaltung durch Clusterorganisationen im Innovationsökosystem Österreich.

Weiterführende Informationen

Industriestrategie

Internationale Märkte erschließen - Erfolgreiche Kooperationen & Strategien für Cluster und Netzwerke

 Internationale Märkte erschließen

Wie können Clusterorganisationen und Unternehmen erfolgreich internationale Märkte erschließen? Welche Programme und Kooperationen unterstützen diesen Schritt? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Webinars "Internationale Märkte erschließen – Erfolgreiche Kooperationen & Strategien für Cluster und Netzwerke", das am 16. März 2026 im Rahmen der Clusterplattform stattfand.

Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Förderlandschaft gaben Einblicke in internationale Aktivitäten, Unterstützungsprogramme und konkrete Kooperationsmöglichkeiten für Cluster und Unternehmen.

Internationale Chancen nutzen – die Rolle der Außenwirtschaft

Manfred Schmid (WKO, AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA) zeigte auf, wie wichtig internationale Innovationen für österreichische Unternehmen sind. Ziel der Außenwirtschaft ist es, neue Technologien, Trends und internationale Entwicklungen rasch nach Österreich zu bringen und Unternehmen dabei zu unterstützen, diese Chancen zu nutzen.

Ein zentrales Instrument dafür sind sogenannte "Zukunftsreisen": internationale Delegationsreisen zu Innovations-Hotspots weltweit. Dort treffen österreichische Unternehmen auf Forschungseinrichtungen, Start-ups und führende Unternehmen, um neue Technologien kennenzulernen und Kooperationen aufzubauen. Diese Reisen fördern nicht nur internationale Kontakte, sondern stärken auch den Austausch innerhalb der Clustercommunity.

Clusterorganisationen spielen dabei eine entscheidende Rolle als Multiplikatoren, da sie ihre Mitgliedsunternehmen gezielt über internationale Trends informieren und gemeinsame Aktivitäten initiieren können.

Export als Motor der österreichischen Wirtschaft

Konrad Eckl (WKO, AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA) stellte die Bedeutung der Exportwirtschaft für Österreich in den Mittelpunkt. Mehr als die Hälfte der wirtschaftlichen Leistung Österreichs stammt aus dem Export – rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze hängen direkt davon ab.

Die Außenwirtschaft Austria unterstützt Unternehmen und Cluster bei Internationalisierungsschritten mit einem breiten Serviceangebot:

  • Markt- und Brancheninformationen
  • Beratung zum Markteintritt
  • internationale Wirtschaftsmissionen und Messeauftritte
  • Networking mit internationalen Partnern
  • Förderprogramme wie Go International

Mit rund 100 Außenwirtschaftsstandorten weltweit bietet die Organisation ein globales Netzwerk, das österreichische Unternehmen beim Zugang zu neuen Märkten unterstützt.

Für Cluster eröffnet diese Zusammenarbeit zusätzliche Möglichkeiten – etwa gemeinsame Delegationsreisen, internationale Veranstaltungen oder strategische Marktanalysen.

Internationale Sichtbarkeit durch Clusterkooperationen

Liesa Doppler (Austria Wirtschaftsservice – LISA – Life Science Austria) gab Einblicke in die internationale Arbeit des Life-Science-Netzwerks LISA. Dieses bündelt sechs regionale Life-Science-Cluster in Österreich und verfolgt das Ziel, Österreich international als starken Standort für Life Sciences zu positionieren.

Die Aktivitäten reichen von internationalen Messeauftritten und Delegationsreisen bis hin zu gemeinsamer Öffentlichkeitsarbeit und Standortmarketing. Über 1.170 Unternehmen und zahlreiche Forschungseinrichtungen sind Teil dieses Netzwerks.
Besonders wichtig ist dabei die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen, die eine höhere internationale Sichtbarkeit ermöglicht. Gleichzeitig profitieren Unternehmen von gemeinsamen Messeauftritten, internationalem Networking und neuen Kooperationsmöglichkeiten.

Fazit: Internationalisierung gelingt durch Zusammenarbeit

Das Webinar zeigte deutlich: Internationale Märkte zu erschließen ist ein gemeinsamer Prozess. Clusterorganisationen, Förderstellen und internationale Netzwerke ergänzen sich dabei und schaffen wertvolle Synergien für Unternehmen.
Programme der Außenwirtschaft Austria, Initiativen wie LISA oder europäische Kooperationsplattformen bieten zahlreiche Möglichkeiten, internationale Partnerschaften aufzubauen und Innovationen voranzutreiben.

Einladung an Cluster und Netzwerke

Die Clusterplattform lädt alle Clusterorganisationen und Netzwerke ein, sich aktiv an internationalen Aktivitäten zu beteiligen und gemeinsam neue Märkte zu erschließen.

Ob durch Delegationsreisen, gemeinsame Veranstaltungen oder strategische Kooperationen – der Austausch innerhalb der Clustercommunity ist ein wichtiger Schlüssel für erfolgreiche Internationalisierung.

Wir freuen uns über weitere Ideen, Erfahrungen und Initiativen für internationale Zusammenarbeit und laden die Mitglieder unserer Community herzlich ein, diese gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln.

Weiterführende Informationen

Facilitation Skills für erfolgreiche Clusterarbeit

 Webinar Facilitation Skills

Im Rahmen eines Webinars der nationalen Clusterplattform stand ein zentrales Thema erfolgreicher Clusterarbeit im Fokus: die Qualität zwischenmenschlicher Kommunikation in Multi-Stakeholder-Settings.

Als Gastrednerin gab Karoline Bottheim, Mitgründerin der schwedischen Beratungsfirma Länka Consulting, fundierte Einblicke in ihre langjährige Praxis und Forschung zur interorganisationalen Zusammenarbeit.

Kommunikation als Schlüsselfaktor in Clusterinitiativen

Clusterarbeit lebt vom Austausch zwischen unterschiedlichen Organisationen, Perspektiven und Interessen. Karoline Bottheim machte deutlich:

"Ergebnisse, Innovation und Vertrauen entstehen in der Art und Weise, wie wir miteinander sprechen – nicht allein durch Strukturen oder Strategien."

Zentrale Forschungsergebnisse aus dem Multi-Stakeholder-Kontext zeigen unter anderem:

  • Gerecht verteilte Redezeit korreliert mit besseren Ergebnissen und höherer kollektiver Intelligenz.
  • Konflikte, wenn sie erkannt und konstruktiv bearbeitet werden, verbessern die Qualität von Entscheidungen.
  • Respektvolle, lösungsorientierte Kommunikation und gutes Timing stärken Kooperation und Wirksamkeit.

Diese Erkenntnisse sind besonders relevant für Clusterinitiativen, in denen unterschiedliche Kontexte, Sprachen und Erwartungen aufeinandertreffen.

Kommunikation ist komplex – und passiert immer

Ein zentraler Gedanke des Webinars war der systemische Blick auf Kommunikation:
Kommunikation findet immer und überall statt – auch jenseits gesprochener Worte. Haltung, Schweigen, Positionierung und Kontext wirken permanent mit.

Besonders eindrücklich zeigte Karoline Bottheim, wie dieselben Begriffe (z.B. "Prozess") unterschiedlich interpretiert werden, sich kommunikative Muster in Gruppen entwickeln und sich Teilnehmende gegenseitig in Rollen positionieren (z.B. "Expert/in" vs."Nicht-Expert/in").

Solche Muster können – oft unbewusst – den Handlungsspielraum einschränken und Innovation verhindern, wenn sie nicht reflektiert werden.

Muster erkennen und bewusst gestalten

Ein zentrales Lernfeld für Cluster- und Netzwerkmanager/innen ist daher die Fähigkeit, kommunikative Muster wahrzunehmen und aktiv zu gestalten.

Karoline Bottheim stellte praxisnahe Ansätze vor, um konstruktive Muster zu fördern:

  • Gleichgewicht zwischen Inhalt (was wird besprochen?) und Prozess (wie sprechen wir darüber?)
  • Sichtbarmachen unterschiedlicher Perspektiven
  • Gemeinsames Reflektieren von Gesprächsdynamiken

Besonders hervorgehoben wurde dabei die Rolle der Moderation bzw. Facilitation – eine Kompetenz, die weit über klassische Sitzungsleitung hinausgeht.

Zuhören und bewusstes Sprechen ermöglichen

Ein wiederkehrendes Leitmotiv des Webinars war die Bedeutung von bewusstem Zuhören und Sprechen.
Leistungsstarke Gruppen zeichnen sich laut Forschung dadurch aus, dass sie einander wirklich zuhören, mehr Fragen stellen und Verantwortung für das gemeinsame Ganze übernehmen.

Karoline Bottheim zeigte auf, dass Zuhören keineswegs selbstverständlich ist – vor allem dann nicht, wenn Engagement, Zeitdruck oder starke eigene Meinungen im Spiel sind. Umso wichtiger sind Formate, die klare Sprech- und Zuhörrollen schaffen, Unterbrechungen vermeiden, und Raum für Reflexion eröffnen.

Praktische Tools für die Clusterpraxis

Das Webinar bot zahlreiche konkrete Werkzeuge, die sich unmittelbar in der Clusterarbeit anwenden lassen, darunter:

  • Check-in-Fragen, um Teilnehmende abzuholen und Kontexte sichtbar zu machen
  • Time-outs, um Gesprächsverläufe und Muster gemeinsam zu reflektieren
  • Check-outs, um unterschiedliche Erkenntnisse und nächste Schritte festzuhalten
  • Arbeit in Kleingruppen und reflektierenden Teams, um Vertrauen und Perspektivenvielfalt zu stärken.

Diese Methoden helfen, Meetings bewusster zu gestalten und die kollektive Intelligenz von Netzwerken besser zu nutzen.

Ein starkes Schlusswort: Qualität vor Geschwindigkeit

Im abschließenden Statement von Dr. Stefan Buchinger vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, Koordinator der nationalen Clusterplattform, wurde nochmals unterstrichen, wie zentral die im Webinar behandelten Aspekte für die Weiterentwicklung von Clusterinitiativen sind. Gerade in komplexen Transformationsprozessen sei es entscheidend, sich Zeit für gute Gespräche zu nehmen.

Das Webinar bot nicht nur theoretische Einordnung, sondern vor allem wertvolle Impulse für die tägliche Praxis von Cluster- und Netzwerkmanager/innen.
Mit großer fachlicher Tiefe, methodischer Klarheit und spürbarer Wertschätzung für alle Teilnehmenden setzte Karoline Bottheim ein starkes Zeichen dafür, dass gute Facilitation kein "Nice-to-have", sondern eine Schlüsselkompetenz für wirksame Clusterarbeit ist.

Weiterführende Informationen

Buch von Karoline Bottheim & Anna Zingmark
⇒ The Art of Collaborating – Your Guide to Multi-Stakeholder Collaboration

Podcast "Art of Collaborating"

⇒ https://soundcloud.com/art-of-collaborating   

Weitere Ressourcen
⇒ https://www.artofcollaborating.com/

Cluster x KI: Wie Künstliche Intelligenz Netzwerke stärkt und transformiert

Webinar Cluster x KI

Key Messages des Webinars "KI im Kontext von Clustern und Netzwerken", organisiert von der Nationalen Clusterplattform am 20. Oktober 2025. 26 Teilnehmende aus der österreichischen Cluster Community diskutierten gemeinsam mit den beiden Vortragenden Clemens Wasner (CEO von enliteAI) und Isabell Claus (CEO von thinkers.ai) über die Potenziale und konkreten Einsatzmöglichkeiten von KI in Clusterstrukturen und Netzwerken.

Warum KI gerade jetzt für Cluster relevant ist

Innovationsnetzwerke und Cluster spielen eine zentrale Rolle bei der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. KI ist dabei kein Zukunftsthema mehr, sondern längst ein strategischer Hebel.

Die Expert/innen des Webinars zeigten eindrucksvoll: Der technologische Reifegrad, die wachsende Zahl praxisnaher Anwendungen und ein starkes Ökosystem in Österreich eröffnen Clustern neue Chancen – von der Effizienzsteigerung bis zur Gestaltung ganzer Innovationsräume.

Zwei Wellen der KI: Vom Forschungsprojekt zum Alltagstool

Zwischen 2012 und 2021 war KI vor allem Großunternehmen vorbehalten: aufwendig, teuer, ressourcenintensiv. Technologien wie Forecasting, Computer Vision oder Natural Language Processing waren hochspezialisiert und erforderten lange Projektlaufzeiten.

Seit 2022 erleben wir die zweite KI-Welle:
•    Open-Source-Modelle und multimodale Systeme
•    Reasoning & AI Agents
•    leistungsfähige Edge- und Halbleiterlösungen

KI-Projekte sind heute schneller, günstiger und skalierbarer. Mitarbeitende können Tools selbst in ihre Arbeitsprozesse integrieren – ohne jahrelange Forschungsarbeit.

Österreich als KI-Hotspot in Europa

Laut AI Landscape Austria gehört Österreich zu den dynamischsten KI-Standorten Europas:

  • 10 Prozent jährliches Wachstum bei KI-Unternehmen
  • Über 350 Start-ups und Unternehmen, 50 Forschungseinrichtungen
  • Rund 70 Prozent der Start-ups profitieren von öffentlicher Förderung
  • 85 Prozent der Akteure konzentrieren sich auf Wien, Steiermark und Oberösterreich
  • Drei ELLIS-Einheiten: höchste Forschungsdichte pro Kopf in Europa

Förderprogramme wie Pre-Seed – Deep Tech, Start!Klar oder AI4Green schaffen optimale Rahmenbedingungen für Wachstum und Innovationskraft.

Vom Zufall zur Strategie: KI in Netzwerken

Cluster und Verbände verfügen über enorme Mengen an Wissen – oft jedoch verteilt über unstrukturierte Kanäle. KI kann diese Informationsschätze sichtbar, vernetzbar und strategisch nutzbar machen.

Typische Anwendungsfelder (u. a. thinkers.ai):

  • Monitoring von Mitgliedern, Unternehmen und Managementwechseln
  • Erfassung & Kommunikation von Erfolgen und Jubiläen
  • Automatisierte Branchenstudien und Kennzahlenberichte
  • Sichtbarkeitssteigerung durch personalisierte Inhalte
  • Intelligentes Networking & Matching von Kontakten
  • Automatisierte Außenkommunikation mit Avataren oder Video-Briefings

Ein konkretes Praxisbeispiel: Der KüchenStudio-Verband nutzt die Plattform "KüchenDesk", um Mitgliedern datengetriebene Services bereitzustellen – ein Modell, das sich auch auf andere Cluster/Netzwerke/Verbände übertragen lässt.

Strategische Potenziale für Clusterorganisationen

KI kann Clustern helfen, Effizienz nach innen und Mehrwert nach außen zu schaffen. Relevante Einsatzfelder:

  • Förderrecherche automatisieren (z.B. über StartMatch.ai)
  • Compliance- und Reporting-Prozesse optimieren
  • Eigene Infrastruktur aufbauen – lokal oder in der Cloud
  • Netzwerke aktivieren und KI-Verantwortliche besser verknüpfen
  • Wissen teilen – durch Trainings, Workshops oder Befragungen

Handlungsempfehlungen für Clustermanager/innen

Damit KI in Clustern Wirkung entfalten kann, braucht es eine klare strategische Ausrichtung. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

  • Externe und interne KI-Netzwerke gezielt einbinden
  • Fachwissen, IT und KI-Kompetenz zusammenführen
  • Pilotprojekte priorisieren und skalierbare Strukturen schaffen
  • Bewusstsein und Akzeptanz auf allen Ebenen fördern
  • Frühzeitig in Technologie- und Hosting-Modelle investieren

Fazit: KI als Motor für die nächste Cluster-Generation

KI ist kein Zukunftstrend mehr – sie ist längst ein zentraler Bestandteil moderner Innovationspolitik. Cluster, die jetzt aktiv werden, sichern sich entscheidende Wettbewerbsvorteile: durch effizientere Prozesse, bessere Kommunikation, mehr Sichtbarkeit und stärkeren Wissenstransfer.

⇒ Wer KI strategisch einsetzt, gestaltet nicht nur den eigenen Standort, sondern stärkt ganze Branchen.
⇒ Mehr Informationen: www.ai-landscape.at, www.thinkers.ai

Nachhaltigkeitsberichterstattung leicht gemacht – mit dem VSME-Standard

VSME-Standard

Am 4. Juli 2025 fand ein Webinar der Nationalen Clusterplattform Österreich statt. Zahlreiche Anmeldungen und eine lebendige Diskussion unter den Teilnehmenden zeigten deutlich: Die österreichische Cluster-Community interessiert sich sehr für das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung – insbesondere für neue, praxistaugliche Ansätze wie den VSME-Standard.

Was ist der VSME-Standard – und warum ist er relevant für Clusterorganisationen?

Der VSME-Berichtsstandard (Voluntary Sustainability Reporting Standard for non-listed SMEs) ist ein neuer, freiwilliger Nachhaltigkeitsstandard, der speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entwickelt wurde, die nicht börsennotiert sind. Ziel ist es, Unternehmen eine strukturierte, aber ressourcenschonende ESG-Berichterstattung zu ermöglichen – ohne die Komplexität der verpflichtenden Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)/ European Sustainability Reporting Standards (ESRS)-Vorgaben.

Gerade für Clusterorganisationen ist der VSME-Standard von Bedeutung: Er bietet die Chance, Mitgliedsunternehmen gezielt zu unterstützen – etwa bei der Positionierung als nachhaltiger Partner, bei der Teilnahme an Ausschreibungen oder beim Zugang zu Finanzierungen.

Einblicke, Nutzen und Praxisbeispiele

Eröffnet wurde das Webinar von Sarah Martineau (myssion consulting) mit einer aufschlussreichen Keynote: "Nutzen und Einblicke in die Umsetzung". Nach einer fundierten Einführung in Struktur und Anforderungen des VSME-Standards rückte sie vor allem den praktischen Mehrwert der freiwilligen Berichterstattung in den Fokus:

  • Transparenz und Risiko-Chancen-Management
  • Stärkung der Arbeitgebermarke
  • Bessere ESG-Kommunikation in der Lieferkette
  • Vorteile bei Finanzierungen und Förderungen

Besonders überzeugend: Ein konkretes Praxisbeispiel, das anschaulich zeigte, wie ein solcher Nachhaltigkeitsbericht Schritt für Schritt umgesetzt werden kann – ein echter Mehrwert für die Teilnehmenden.

Cluster als zentrale Agierende – ein Blick aus der Praxis

Dorian Wessely, Manager des OÖ. Cleantech-Clusters, gab anschließend einen praxisnahen Einblick in die Rolle von Clustern als Unterstützungsstruktur für Unternehmen. Vom Nachhaltigkeitsbrunch über Erfahrungsaustauschformate (ERFA) bis hin zu regionalen Projekten, die mit einer Forschungs- und Kooperationsförderung unterstützt werden können – die Bandbreite möglicher Maßnahmen ist groß. Dorian Wessely machte deutlich: Cluster können und sollen Unternehmen dabei helfen, Nachhaltigkeit konkret und machbar zu gestalten.

Diskussion: Mehr Austausch, mehr Beispiele, mehr Wirkung

In der abschließenden Diskussionsrunde kristallisierte sich ein zentrales Bedürfnis heraus: Austausch auf Augenhöhe. Die Unternehmen wollen voneinander lernen – wie geht man mit dem VSME-Standard konkret um? Welche Hürden treten auf, welche Vorteile ergeben sich?

Einigkeit herrschte darüber, dass der Business Case des VSME noch klarer kommuniziert werden muss. Es reicht nicht, nur von Pflichten zu sprechen – der Nutzen muss greifbar sein: konkrete Beispiele, messbare Vorteile, klare Sprache.

Ausblick und Möglichkeiten zur Mitgestaltung

Zum Abschluss gab es noch einen kurzen Überblick über aktuelle Calls und Kooperationsmöglichkeiten aus der internationalen Cluster-Community – ein wertvoller Zusatz für alle, die über den nationalen Tellerrand hinausblicken möchten. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Plattform-Website www.clusternetworking.gv.at sowie auf LinkedIn (@ClusterplattformAT).

Tipp

Präsentationsfolien

Gerne stellen wir die Präsentationsfolien des jeweiligen Webinars interessierten Personen zur Verfügung. Eine kurze Anfrage per E-Mail an office@clusterplattform.at genügt.

Zukünftige Webinare

Sie haben Ideen für zukünftige Webinare oder wollen Themen einbringen?
Wir freuen uns über Ihre Anregungen!
Ihr Team der Nationalen Clusterplattform

Kontakt

E-Mail: office@clusterplattform.at