UNESCO Report bestätigt hervorragenden Zustand von Schönbrunn BMWET prüft künftige Erweiterungsmöglichkeiten für den Tiergarten.
Der nun vorliegende Bericht der gemeinsamen Advisory Mission des UNESCO-Welterbezentrums und von ICOMOS zur Welterbestätte „Schloss und Gärten von Schönbrunn“ bestätigt den sehr guten Erhaltungszustand der gesamten Welterbestätte. Im Jahr des bevorstehenden 30-jährigen Jubiläums der Aufnahme Schönbrunns in die UNESCO-Welterbeliste ist das eine besonders starke Bestätigung für den verantwortungsvollen Umgang mit dieser einzigartigen historischen Stätte.
Die Mission wurde auf Wunsch Österreichs durchgeführt, um frühzeitig zu prüfen, ob eine mögliche neue Elefantenanlage innerhalb der Welterbestätte – konkret im Bereich des ehemaligen Tiroler Gartens auf dem Areal des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) – mit dem Schutz der Welterbestätte vereinbar wäre.
„Der Bericht bestätigt den hervorragenden Zustand der Welterbestätte Schönbrunn und unterstreicht ihre große Bedeutung für den Tourismus- und Wirtschaftsstandort Wien und Österreich. Als Eigentümervertreter der Schloss Schönbrunn Group und des Tiergartens Schönbrunn bedauere ich, dass die geplante Elefantenanlage laut UNESCO Advisory Mission nicht umgesetzt werden kann. Der Schutz der Welterbestätte bleibt für uns der klare Maßstab, doch gleichzeitig gilt: Stillstand ist keine Option. Unser Ziel ist es nun, gemeinsam Möglichkeiten auszuloten, wie sich der Tiergarten innerhalb dieses Rahmens weiterentwickeln kann – damit er auch künftig wirtschaftlich erfolgreich bleibt, moderne tiergerechte Standards gewährleistet und den Standort Schönbrunn stärkt“, erklärt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Der Bericht hebt neben dem sehr guten Erhaltungszustand der Welterbestätte auch den sehr guten Zustand und die Pflege des Tiergartens Schönbrunn hervor. In ihrer fachlichen Bewertung kommt die Mission zugleich zu dem Schluss, dass eine neue Elefantenanlage im Bereich des ehemaligen Tiroler Gartens wahrscheinlich historische Landschaftselemente beeinträchtigen würde und damit dem barocken Gesamtkonzept der Anlage widersprechen könnte. Dadurch könnten Authentizität und Integrität der Welterbestätte geschwächt werden.
Österreich nimmt den Schutz der UNESCO-Welterbestätte „Schloss und Gärten von Schönbrunn“ ernst und orientiert sich daher an den Empfehlungen der Advisory Mission. Die im Bericht behandelte Elefantenanlage im Areal des BFW wird daher nicht umgesetzt.
Grundsatz bleibt: Innerhalb der Welterbestätte sollen nur Projekte umgesetzt werden, die mit den Outstanding Universal Values (OUV) und ihren historischen Attributen vereinbar sind.
Gleichzeitig ist Schönbrunn ein historisch gewachsener Ort, der sich über Jahrhunderte weiterentwickelt hat. Ziel bleibt es daher, den Schutz der Welterbestätte mit zeitgemäßen Anforderungen zu verbinden – etwa bei Tierhaltung, Besucherangeboten und wirtschaftlicher Tragfähigkeit.
Der Tiergarten Schönbrunn ist eine der wichtigsten Tourismusattraktionen Österreichs und ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für Wien und den Standort Österreich. Rund zwei Millionen Besucherinnen und Besucher pro Jahr machen den ältesten Zoo der Welt zu einem internationalen Besuchermagneten. Davon profitieren Gastronomie, Hotellerie und Nahverkehr, zugleich ist der Tiergarten ein wichtiger Arbeitgeber und Motor für Investitionen in moderne Gehege und Besucherangebote.
Damit der Tiergarten auch künftig seine Rolle als international bedeutende Attraktion und wichtiger Teil des Wirtschafts- und Tourismusstandorts Österreich erfüllen kann, werden nun mögliche Entwicklungsschritte geprüft, die sowohl den Schutz der Anlage als auch moderne Anforderungen berücksichtigen.
Der vollständige Bericht ist auf der Website des UNESCO World Heritage Centre abrufbar.