Hattmannsdorfer beriet mit saudischem Energieminister über Versorgungssicherheit Österreichs Öl- und Gasspeicher gut gefüllt – Entwicklungen im Nahen Osten werden engmaschig beobachtet
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Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat heute am Rande einer internationalen Konferenz kurzfristig den saudischen Energie-, Industrie- und Rohstoffminister Prinz Abdulaziz bin Salman getroffen. Anlass für das Gespräch waren die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und ihre möglichen Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Versorgungslage sowie Maßnahmen zur Stabilisierung der Märkte.
"In einer angespannten internationalen Lage braucht es einen direkten Austausch mit den entscheidenden Partnern. Deshalb habe ich heute mit meinem saudischen Amtskollegen die aktuelle Lage, mögliche Auswirkungen auf die Energiemärkte und die Versorgungssicherheit beraten. Wir beobachten die Entwicklungen genau, stimmen uns eng mit unseren internationalen Partnern ab und treffen die notwendigen Vorkehrungen. Jetzt geht es darum, alle diplomatischen Möglichkeiten zu nutzen, eine weitere Eskalation zu verhindern und die Energiemärkte zu stabilisieren", so Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
Österreich für Winter gut gerüstet
Die Versorgungslage in Österreich ist derzeit stabil. Österreich bezieht aktuell nur einen geringen Teil seiner Rohölimporte aus Saudi-Arabien: Bis Ende Juli 2026 lag der Anteil bei rund zwei Prozent. Die Öl- und Gasspeicher sind auch im internationalen Vergleich gut gefüllt.
Das Wirtschafts- und Energieministerium beobachtet gemeinsam mit Expertinnen und Experten seit Beginn des Konflikts laufend die Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten. Aufgrund der aktuellen Lageentwicklung finden auch in dieser Woche zusätzliche Beratungen zur Versorgungssicherheit statt.
"Österreich ist für den Winter gut gerüstet: Unsere Öl- und Gasspeicher sind im internationalen Vergleich gut gefüllt, und die Versorgung ist aktuell gesichert. Seit Beginn des Konflikts analysiert das Wirtschafts- und Energieministerium gemeinsam mit Expertinnen und Experten laufend alle relevanten Entwicklungen. Aufgrund der jüngsten Lageverschärfung haben wir die Beratungen in dieser Woche nochmals intensiviert. Wir haben vorgesorgt und sind darauf vorbereitet, bei Bedarf rasch zu handeln", führt Hattmannsdorfer aus.
Hintergrund Saudi-Arabien
- Saudi-Arabien war 2025 mit einem Anteil von rund 13 Prozent der drittgrößte Rohöllieferant Österreichs. Der überwiegende Teil der Importe Österreichs stammte aus Kasachstan (57 Prozent) und Libyen (14 Prozent).
- 2026 kamen bis Ende Juli lediglich rund zwei Prozent der österreichischen Rohölimporte aus Saudi-Arabien, die Bezugsquellen wurden konsequent weiter diversifiziert
- Die saudische Ost-West-Pipeline wurde am 10. September angegriffen und vorübergehend außer Betrieb genommen. Die Dauer der Reparaturarbeiten ist derzeit nicht bekannt.
- Die Kapazität der Pipeline wurde im Frühjahr von fünf auf sieben Millionen Barrel pro Tag erweitert. Die tatsächlichen Exporte über Yanbu lagen zuletzt jedoch deutlich darunter.
Erdgas
- Österreichs Gasspeicher sind im EU-Vergleich besonders gut gefüllt. Entscheidend ist dabei das Verhältnis des Speicherstands zum Jahresverbrauch: Derzeit sind in Österreich rund 80 bis 85 Prozent des Jahresverbrauchs eingespeichert.
- Damit liegt Österreich hinter Lettland auf Platz zwei. Mit einer Speicherkapazität von rund 100 TWh kann
- Österreich kann etwa 120 Prozent seines Jahresverbrauchs einspeichern. Zum Vergleich: EU-weit liegt die Speicherkapazität bei rund 32 Prozent des Jahresverbrauchs, in Deutschland bei rund 27 Prozent, in Frankreich bei rund 33 Prozent und in Italien bei rund 30 Prozent.
Erdöl und Treibstoffe
- In Österreich befinden sich die Kerosinlagerstände auf Rekordniveau; auch die Bestände an Rohöl, Diesel und Benzin liegen auf einem guten Niveau.
- Rund 90 bis 95 Prozent des österreichischen Kerosinbedarfs werden in Schwechat produziert. Entsprechend hoch sind die heimischen Kerosinbestände auch im EU-Vergleich.
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