Lehre attraktiver machen: Hattmannsdorfer und Holzleitner setzen auf moderne Ausbildung und neue Aufstiegschancen Hattmannsdorfer: „Lehre ist Karriereweg mit Zukunft“ – 18 % mehr Meister bei Konditoren – 14 Lehrberufe modernisiert – Holzleitner: 10 Mio Euro zusätzlich für „Lehre mit Matura“
Foto: BMWET/Haiden
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Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner besuchten die traditionsreiche Konditorei Jindrak in Linz. Im Mittelpunkt standen die Modernisierung der Lehre, der Austausch mit Lehrlingen, zusätzliche Aufstiegschancen für junge Menschen und die Sicherung der Fachkräfte von morgen.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer: "Die Lehre ist kein Plan B, sondern ein Karriereweg mit Zukunft. Deshalb modernisieren wir die Ausbildung konsequent und richten sie noch stärker an dem aus, was unsere Betriebe tatsächlich brauchen. Mit dem Lehrberufspaket haben wir 14 Lehrberufe auf den neuesten Stand gebracht, ab 2027 wird auch die Lehrabschlussprüfung in der Konditorei noch praxisnäher. Gleichzeitig zeigt das Plus von 18 Prozent bei den Meisterabschlüssen: Wer eine Lehre beginnt, dem stehen alle Wege offen – bis zur Meisterprüfung, zur Betriebsübernahme und in die Selbstständigkeit."
Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner: "Eine Lehre darf keine Sackgasse sein. Junge Menschen sollen unabhängig davon, welchen Bildungsweg sie wählen, die Chance haben, sich weiterzuentwickeln und weiter aufzusteigen. Genau dafür steht die Lehre mit Matura: Sie verbindet eine hochwertige Berufsausbildung mit der Möglichkeit zur Berufsreifeprüfung und eröffnet damit zusätzliche Bildungs- und Karrierewege."
18 Prozent mehr Meisterabschlüsse im Konditorenhandwerk
Im Jahr 2025 wurden im Konditorengewerbe 112 Meisterprüfungen erfolgreich abgeschlossen, nach 95 im Jahr 2024. Das entspricht einem Plus von rund 18 Prozent. Besonders hoch ist der Frauenanteil: 104 der 112 Meisterprüfungszeugnisse gingen an Frauen.
Die Meisterprüfung ist seit 2018 auf Stufe 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens eingeordnet und damit auf derselben Qualifikationsstufe wie ein Bachelorabschluss. Der Meistertitel eröffnet den Weg in die Selbstständigkeit und ermöglicht es, selbst Lehrlinge auszubilden.
Neue Lehrabschlussprüfung ab 2027: Aus der Praxis für die Praxis
Mit dem Lehrberufspaket 1/2026 wurden insgesamt 14 Lehrberufe modernisiert. Dazu zählt auch der Lehrberuf Konditorei/Zuckerbäckerei. Mit 1. Jänner 2027 tritt eine neue Lehrabschlussprüfung in Kraft.
Künftig wird noch stärker das geprüft, was im betrieblichen Alltag tatsächlich gebraucht wird. Die Kandidatinnen und Kandidaten erstellen zunächst ein schriftliches Planungskonzept und setzen dieses anschließend praktisch um. Klar definiert werden auch die zu beherrschenden Produkte – von Aufschnitt- und Festtagstorten über Petits Fours, Pralinen und Teegebäck bis zum Tellerdessert im Schwerpunkt Patisserie. Neu ist zudem die Präsentation der eigenen Erzeugnisse. Damit werden neben dem handwerklichen Können auch Kundenorientierung und Verkaufskompetenz stärker berücksichtigt.
Fachkräfte werden zur Standortfrage
Ende 2025 befanden sich österreichweit 102.878 Lehrlinge in Ausbildung, um 3,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Auch in der Konditorei sank die Zahl der Lehrlinge von 963 im Jahr 2024 auf 917 im Jahr 2025.
Gleichzeitig verschärft die demografische Entwicklung den Fachkräftebedarf: Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter erreichte 2024 mit 5,57 Millionen ihren Höchststand und wird bis 2040 voraussichtlich um rund 256.000 Personen sinken.
Hattmannsdorfer: "Wir stehen vor der größten Pensionierungswelle unserer Geschichte. In Zukunft werden weniger Menschen im Erwerbsalter für mehr Menschen im Ruhestand sorgen müssen. Für unsere Betriebe bedeutet das: Der Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte wird noch härter. Deshalb müssen wir jedes Talent nutzen und berufliche Ausbildung genauso attraktiv machen wie akademische Bildungswege. Wer die Lehre stärkt, stärkt Fachkräfte, Unternehmertum, Wertschöpfung und damit unseren Wirtschaftsstandort."
10 Millionen Euro zusätzlich für "Lehre mit Matura"
Mit dem Förderprogramm "Lehre mit Matura" bietet das Wissenschaftsministerium Lehrlingen in Österreich eine kostenlose Möglichkeit, sich in spezialisierten Lehrgängen auf die Berufsreifeprüfung vorzubereiten. Dabei werden insbesondere Kompetenzen in Deutsch und Mathematik gestärkt und zusätzliche Wege zu weiterführender höherer Bildung eröffnet.
Für "Lehre mit Matura" werden 10 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt. Insgesamt stehen im Bereich Erwachsenenbildung 51 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der Strategie zum lebensbegleitenden Lernen soll darüber hinaus ein Bildungssystem ohne Sackgassen geschaffen werden.
Holzleitner: "Wir investieren zusätzlich 10 Millionen Euro in die Lehre mit Matura, weil Bildungschancen nicht von Herkunft oder vom gewählten Ausbildungsweg abhängen dürfen. Wer sich für eine Lehre entscheidet, soll gleichzeitig alle Möglichkeiten für weitere Bildung offen haben. Unser Ziel ist ein Bildungssystem ohne Sackgassen, das Aufstieg und Weiterentwicklung in jeder Lebensphase ermöglicht."
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