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Bundesregierung sorgt für günstigen Strom für Unternehmen und Haushalte Einigung auf Industriestrompreis und SAG+ sowie Energiepreis-Krisenmechanismus

Die Bundesregierung hat sich auf ein umfassendes Standortpaket geeinigt. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich zu stärken, Unternehmen bei hohen Energiekosten zu unterstützen, Investitionen zu erleichtern und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Das heute vereinbarte Paket umfasst folgende Maßnahmen:

Industriestrompreis und SAG+: 750 Millionen Euro für wettbewerbsfähige Energiekosten – Förderung wird von 60 auf über 500 Betriebe erweitert

Für Industriestrompreis und SAG+ stehen von 2027 bis 2029 insgesamt 750 Millionen Euro – 250 Millionen Euro pro Jahr – zur Verfügung.

Mit dem Industriestrompreis sollen energieintensive Betriebe und deren Zulieferer unterstützt werden. Für bis zu 50 Prozent ihres Stromverbrauchs können die Kosten bis an die europarechtlich mögliche Grenze auf bis zu 5 Cent je Kilowattstunde reduziert werden.

Mit SAG+ wird gleichzeitig der Ausgleich jener Stromkosten ausgeweitet, die durch den europäischen CO2-Preis entstehen. Der Kreis der erfassten Unternehmen steigt um das Doppelte.

Für beide Förderinstrumente wurden folgende Eckpunkte vereinbart:

  • Reinvestitionsverpflichtung: Um den Standort zusätzlich zu stärken, müssen 50 Prozent der Förderung reinvestiert werden.
  • Arbeitsplatzregelung ab zwei Millionen Euro Förderung pro Jahr: Während des jährlichen Förderzeitraums müssen für die vollständige Fördersumme grundsätzlich 90 Prozent des Personalstandes erhalten bleiben.
    • Klare Ausnahmen: Etwa Kündigungen durch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Pensionierungen oder das Auslaufen bestimmter befristeter Arbeitsverhältnisse werden nicht als Personalabbau eingerechnet.
    • Aliquote Kürzung: Wird die 90-Prozent-Schwelle unterschritten, reduziert sich die Förderung im Ausmaß der Unterschreitung.
    • Ökonomisch begründete Ausnahmen: Bei einem darüber hinausgehenden, wirtschaftlich gerechtfertigten Beschäftigungsabbau kann die Förderung dennoch zu 100 Prozent ausbezahlt werden, wenn Wirtschaftskammer und Gewerkschaft dies gemeinsam bestätigen.

Energiepreis-Krisenmechanismus deckelt Strompreis für Haushalte

Mit dem Energiepreis-Krisenmechanismus ("10-Cent-Deckel") werden vorab klare Kriterien festgelegt, wann bei außergewöhnlich hohen Strompreiskrisen eine Entlastung für Haushalte und Betriebe greift. Bei der nächsten dauerhaften und strukturellen Energiekrise (wie 2022/2023) müssen Entlastungsmaßnahmen nicht erst nachträglich entwickelt werden. Der Mechanismus ist vorbereitet und kann rasch greifen. Das schützt die Bevölkerung, Unternehmen und sonstige Nicht-Haushaltskunden vor Preisexplosionen, stärkt die Planbarkeit und wirkt energiepreisbedingter Inflation entgegen.

Der Mechanismus wird aktiviert, wenn gleichzeitig zwei Schwellen überschritten werden:

  • Der Großhandelspreis liegt im Sechsmonatsdurchschnitt drei Monate in Folge über 165 Euro/MWh und der durchschnittliche Energiepreis für Haushalte über 16,5 Cent je Kilowattstunde netto, ohne Netzkosten und Abgaben.

Der Strompreis für Haushalte wird im Fall einer Aktivierung auf 10 Cent/kWh netto für ein festgesetztes Kontingent (2.900 Kilowattstunden pro Jahr) begrenzt. Die Entlastung erfolgt dabei direkt über die Stromrechnung und ohne Antrag.

  • Betriebe und andere Nicht-Haushaltskunden (bspw. Schulen und Krankenhäuser) erhalten einen variablen Zuschuss je bezogener Kilowattstunde Strom, ebenfalls direkt über die Stromrechnung und ohne eigenen Antrag.
  • Die Entlastung wird budgetneutral über einen Beitrag der Stromproduzenten finanziert.

Österreich hat beim Strom eine besonders gute Ausgangslage: Ein Großteil des österreichischen Stromverbrauchs wird im Inland aus erneuerbaren Quellen erzeugt, zu annähernd gleichbleibenden Kosten. Durch den europäischen Strommarkt und das Merit-Order-Prinzip setzt aber oft der Gaspreis den Strompreis. Der Energiepreis-Krisenmechanismus sorgt dafür, dass die Haushalte in einer strukturellen Krise auch von der günstigen heimischen Energieproduktion profitieren.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer:

"Die Menschen erwarten zu Recht, dass wir Probleme lösen und das Land voranbringen. Genau das tun wir: Mit der Industriestrategie geben wir den Kompass für mehr Wettbewerbsfähigkeit vor. Nach weniger als einem Jahr haben wir bereits über 37 Prozent der 117 Maßnahmen umgesetzt oder in Umsetzung. Heute folgt der nächste Umsetzungsschritt. Wir weiten die Förderung für die energieintensive Industrie von rund 60 auf mehr als 500 Betriebe aus und leisten damit einen Beitrag, Arbeitsplätze und Produktion in Österreich zu sichern. Mit einer Reinvestitionsverpflichtung, 'Made in Europe' und einer Arbeitsplatzregelung sorgen wir dafür, dass die Unterstützung dem Standort zusätzlich zugutekommt – und mit dem Energiepreis-Krisenmechanismus stellen wir sicher, dass Haushalte und Betriebe im Krisenfall rasch und automatisch entlastet werden."

Staatssekretärin Michaela Schmidt:

"Mit dem 10-Cent-Deckel für den Strom schützen wir die Österreicher/innen vor künftigen Energiekrisen. So halten wir das Leben leistbar und die Inflation. Finanziert wird der Deckel über einen Beitrag der Stromerzeuger. Damit stellen wir sicher, dass unsere günstige heimische Energie aus Wasser, Wind und Sonne auch den Österreicher/innen zugutekommt. Gleichzeitig unterstützen wir alle Industriebetriebe, die auf günstige Energie angewiesen sind und sichern so Arbeitsplätze."

Staatssekretär Sepp Schellhorn:

"Über die Reibung in der Regierung wurde viel geschrieben. Heute sieht man die Bewegung dahinter: Industriestrompreis, Standortgarantie, Planungssicherheit bis 2029 – und Entbürokratisierung als Grundbedingung von Anfang an. Entbürokratisierung ist mittlerweile fest in der Mitte der Regierungsarbeit verankert."