Hattmannsdorfer - Industriestrategie: 80 Millionen Euro für "Fortschrittliche Halbleitertechnologien" Neuausrichtung der Förderagenturen wird umgesetzt - Made in Europe und klare Zuständigkeiten
Nur wenige Tage nach dem Start des Programms Leading Companies und der Präsentation des Agentur Leitbilds 2030 setzt das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) einen weiteren zentralen Umsetzungsschritt der Industriestrategie Österreich 2035: Mit dem in dieser Woche geöffneten Fördercall für die Teilnahme am "Important Project of Common European Interest on Advanced Semiconductor Technology (IPCEI AST)“ wird eines der strategischen Schlüsselvorhaben der neuen Industriestrategie (Maßnahme 6) unmittelbar in die Praxis überführt.
Mit dem IPCEI AST beteiligt sich Österreich aktiv an einem wichtigen europäischen Zukunftsprojekt im Bereich fortgeschrittener Halbleitertechnologien. Ziel ist es, technologische Souveränität, Innovationskraft und industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Europa und am Standort Österreich nachhaltig zu stärken.
"Wir reden nicht nur über Strategie, wir setzen sie um. Schritt für Schritt. Mit dem Start des nationalen Auswahlverfahrens für das IPCEI für fortschrittliche Halbleitertechnologien stellen wir die Weichen für das Wachstum von Morgen. In Summe werden rund 80 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln ab 2027 für heimische Schlüsselprojekte zur Verfügung gestellt. Damit setzen wir ein Ausrufezeichen für mehr Wachstum, mehr technologische Unabhängigkeit und zukunftssichere Arbeitsplätze in der österreichischen Halbleiterindustrie," betont Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
"Halbleitertechnologien zählen zu den strategisch wichtigen Schlüsseltechnologien für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas. Mit dem IPCEI AST schaffen wir die Möglichkeit, österreichische Unternehmen in diesem Technologiefeld gezielt zu unterstützen und ihre Einbindung in europäische Wertschöpfungsketten zu stärken. Die FFG sorgt dabei für ein transparentes und qualitätsorientiertes Auswahlverfahren“, sagt FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth.
Österreichs Beitrag zu Europas Chip-Zukunft
Im Rahmen des nationalen Auswahlverfahrens sind heimische Unternehmen eingeladen, innovative Projektideen entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette einzureichen. Der thematische Fokus liegt unter anderem auf fortgeschrittenen Chip-Designs, KI-fähigen Halbleitern, photonischen Technologien, Leistungselektronik, Sensorik sowie neuen Fertigungs- und Integrationstechnologien. Es geht darum eine für Österreich und Europa strategisch entscheidende Technologie zu stärken und als Standort unabhängiger und resilienter zu werden. Europa muss global wichtige Lieferkettenknotenpunkte besetzen, um selbst geopolitischen Einfluss zu bewahren.
"Halbleiter sind das Öl der technologischen Transformation. Egal ob KI, Erneuerbare und Energieeffizienz, E-Mobilität, Autonomes Fahren oder Verteidigungsindustrie. Der Chipbedarf steigt enorm. Wer die Technologie hat, hat auch die Hoheit über die geopolitischen Megatrends. Mikroelektronik ist somit von strategischer Bedeutung für alle geopolitischen Entwicklungen, Wachstum und Innovation", so Hattmannsdorfer.
Made in Europa und klare Zuständigkeiten als Leitlinie
In der jüngst veröffentlichten Industriestrategie Österreich 2035 wird die gezielte Förderung strategischer Schlüsseltechnologien als wesentlicher Hebel für eine resiliente, innovative und international wettbewerbsfähige Industrie festgeschrieben. Der Halbleiterbereich, insbesondere im Rahmen europäischer Projekte wie dem IPCEI AST, nimmt dabei eine zentrale Rolle ein und wurde auch explizit als Schlüsseltechnologie mit Wachstumspotenzial für Österreich definiert. Mit dem IPCEI AST wird daher gezielt eine Schlüsseltechnologie adressiert. Gleichzeitig stellt das Förderprogramm die erste unmittelbare Umsetzung der erst diese Woche präsentierten Neuausrichtung der Förderagenturen dar:
- Wir schaffen von Beginn an klare Zuständigkeiten: in der Vergangenheit waren FFG und aws gemeinsam für vergleichbare IPCEI-Förderprogramme zuständig. Erstmals ist nun ausschließlich die FFG zuständig.
- Made in Europe wird als ein Muss-Kriterium verankert. Das heißt bei den entsprechenden Bewertungskriterien muss jeweils ein klar definierter Schwellwert überschritten werden. Nur Projekte mit hohem Made in Europe-Score können einen Zuschlag erhalten.
"Unsere Industriestrategie definiert klar, wo Österreich seine Stärken ausbauen und neue technologische Spitzenpositionen erreichen will und wie wir Innovative Ideen noch besser in die Umsetzung bringen. Die neue Förderung ist ein erstes Paradebeispiel für diese Ausrichtung: europäische Zusammenarbeit, starke nationale Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie der klare Anspruch, Wertschöpfung und Innovation im Land zu halten,“ so Hattmannsdorfer.
Zum Förderprogramm:
- Insgesamt stehen rund 80 Millionen Euro aus den Mitteln des BMWET zur Verfügung, wobei eine Förderobergrenze von 20 Millionen Euro pro Projekt eingezogen wird, um möglichst viele Projekte zu finanzieren.
- Die Vergabe erfolgt in einem zweistufigen Modell:
- 1. Stufe: Der nationale Call dient dazu eine Projektvorauswahl zu treffen und so jene Projekte zu ermitteln, die in den Genuss einer Förderung kommen können. Die Anträge treten im Wettbewerb zueinander an, die Reihung erfolgt durch unabhängige Gutachterinnen und Gutachter.
- Die finale Mittelvergabe (2. Stufe) erfolgt in einem finalen Fördercall Anfang 2027 aus den Mitteln des FTI-Pakt 2027-2029 des BMWET.
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