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Hattmannsdorfer: Österreich beteiligt sich mit bis zu 200 Millionen Euro an Europäischer Wasserstoffbank Erfolgreiches Fördermodell wird fortgesetzt – Österreich setzt nächsten Schritt beim Wasserstoff-Hochlauf

Österreich wird sich mit nationalen Mitteln an der Europäischen Wasserstoffbank beteiligen. Für die nächste EU-weite Wasserstoffauktion, die im Dezember 2026 starten soll, stellt das Wirtschafts- und Energieministerium bis zu 200 Millionen Euro zur Verfügung. Damit setzt Österreich das bereits 2024 erfolgreich genutzte Modell "Auction-as-a-Service" fort. Über das Wasserstoffförderungsgesetz (WFöG) können heimische Projekte im Rahmen der EU-weiten Auktion mit nationalen Mitteln gefördert werden.

„Wasserstoff ist ein zentraler Baustein für die Zukunft unserer Industrie und damit für Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich. Deshalb setzen wir den eingeschlagenen Weg konsequent fort und stellen zum zweiten Mal Mittel im Rahmen der Europäischen Wasserstoffbank für die heimische Wasserstoffproduktion bereit. Wir verbinden dabei europäische Ausschreibungen mit österreichischer Standortpolitik: Gefördert werden Projekte, die einen Beitrag zum Aufbau der Wasserstoffwirtschaft leisten. Mit der Teilnahme an der Europäischen Wasserstoffbank schaffen wir die richtigen Rahmenbedingungen für Wasserstoffpioniere und bringen konkrete Investitionen in Österreich auf den Weg“, so Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Erfolgreiches Modell wird fortgesetzt

Österreich hat das Instrument bereits bei der EU-Wasserstoffauktion 2024 genutzt. Damals standen bis zu 400 Millionen Euro an nationalen Mitteln zur Verfügung. Vier österreichische Wasserstoffproduktionsprojekte mit einer Elektrolyseleistung von insgesamt 171 Megawatt erhielten Förderzusagen in Höhe von rund 275 Millionen Euro. Die Förderverträge für alle vier Projekte sind mittlerweile abgeschlossen.

Mit der Novelle des Wasserstoffförderungsgesetzes wurde die Grundlage geschaffen, um Förderungen im Rahmen der europäischen Auktionen bis 2027 vergeben zu können. Österreich nutzt damit das "Auction-as-a-Service"-Modell der Europäischen Kommission. Dabei können Mitgliedstaaten die EU-weite Auktion nutzen, um zusätzliche Projekte aus ihrem Land mit nationalen Mitteln zu unterstützen.

„Die erste Teilnahme hat gezeigt, dass es in Österreich konkrete und leistungsfähige Projekte gibt. Jetzt starten wir die nächste Investitionswelle, die auch ein wichtiger Bestandteil der Industriestrategie ist. Entscheidend ist, dass aus Wasserstoffstrategien auch Wasserstoffprojekte werden. Genau dort setzen mit diesem Förderinstrument an“, so Hattmannsdorfer.

Zur Vorbereitung der österreichischen Teilnahme hat das Wirtschafts- und Energieministerium von Mitte Juli bis 25. August 2026 eine sechswöchige öffentliche Interessensbekundung durchgeführt. Ziel war es, den Bedarf und das vorhandene Projektpotenzial für eine Teilnahme mit nationalen Mitteln zu erheben.

Die Förderung wird über die gemeinsame europäische Auktion vergeben. Projektwerber bieten dabei eine benötigte Förderprämie pro Kilogramm Wasserstoff. Die wettbewerbsfähigsten Projekte erhalten den Zuschlag. Ausbezahlt wird die Förderung auf Basis der tatsächlich produzierten und zertifizierten Wasserstoffmengen über einen Zeitraum von maximal zehn Jahren.

500 Millionen Euro auf europäischer Ebene

Die Europäische Kommission plant für Dezember 2026 die Öffnung der vierten EU-weiten Auktion im Rahmen der Europäischen Wasserstoffbank. Auf europäischer Ebene stehen dafür insgesamt 500 Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind 350 Millionen Euro für die Produktion von erneuerbarem RFNBO-Wasserstoff vorgesehen. Weitere 150 Millionen Euro sollen für die Produktion von RFNBO-Wasserstoff und/oder elektrolytischem Low-Carbon-Wasserstoff zur Verfügung stehen.

Parallel dazu bereitet das Wirtschafts- und Energieministerium die notwendigen nationalen Förderrichtlinien auf Basis der finalen Vorgaben der Europäischen Kommission vor. Dazu wird das beihilferechtliche Verfahren mit der Europäischen Kommission eingeleitet, sowie das gemäß Wasserstoffförderungsgesetz vorgesehene Einvernehmen mit dem Finanzministerium. Die nationalen Förderrichtlinien werde rechtzeitig vor Öffnung der Auktion im Dezember auf der Website des BMWET veröffentlicht.

Neben dem Ausbau der heimischen Produktion setzt Österreich auf internationale Partnerschaften. Eine zentrale Rolle spielt dabei der geplante Wasserstoff-Südkorridor, der Nordafrika über Italien und Österreich mit den industriellen Zentren Mitteleuropas verbinden soll. Dafür werden gezielt Kooperationen über die europäischen Grenzen hinaus vorangetrieben. Ein wichtiger Partner ist Algerien, das aufgrund seines großen Potenzials für erneuerbare Energien und seiner bestehenden Energieinfrastruktur eine bedeutende Rolle für die künftige Wasserstoffversorgung Europas einnehmen kann. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer plant deshalb im Herbst einen Besuch in Algerien, um die Zusammenarbeit zu vertiefen und konkrete Kooperationsmöglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktion über den Transport bis zur industriellen Nutzung – auszuloten.

Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung der heimischen Industrie. Derzeit wird überwiegend sogenannter grauer Wasserstoff eingesetzt, der aus fossilen Energieträgern wie Erdgas hergestellt wird und dessen Produktion erhebliche CO₂-Emissionen verursacht. Künftig soll dieser schrittweise durch grünen Wasserstoff ersetzt werden, der mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Insbesondere für energieintensive Industriezweige, in denen eine direkte Elektrifizierung nur schwer möglich ist, eröffnet das neue Perspektiven. 

Die wichtigsten Zahlen

  • Bis zu 200 Millionen Euro österreichisches Ausschreibungsvolumen für die EU-Wasserstoffauktion 2026
  • 500 Millionen Euro EU-Budget für die vierte Auktion der Europäischen Wasserstoffbank
  • 275 Millionen Euro Fördervolumen für vier österreichische Projekte aus der Auktion 2024
  • 171 Megawatt Elektrolyseleistung der vier bereits geförderten österreichischen Projekte

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