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Hattmannsdorfer/Hanke: Förderagenturen werden zum Umsetzungsmotor der Industriestrategie Agenturen Leitbild 2030 richtet aws, FFG, CDG und ABA konsequent auf Schlüsseltechnologien, Wertschöpfung und Unternehmenswachstum aus

Die Industriestrategie Österreich 2035 sieht die Formulierung von "Mission Statements" für die Förderagenturen des Bundes vor (Maßnahme 1). Diese umfassen konkrete inhaltliche Vorgaben zur Umsetzung der Industriestrategie - wie z.B. den Fokus auf Schlüsseltechnologien - und auch eine Weiterentwicklung der Governance sowie der Services der Agenturen.

Mit dem heute von Bundesminister Hattmannsdorfer und Bundesminister Hanke vorgestellten "Agenturen Leitbild 2030" erfolgt nun die strategische Neuausrichtung der zwei gemeinsamen Förderagenturen des Bundes der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Darüber hinaus werden im Zuständigkeitsbereich des BMWETnoch die Standortagentur Austrian Business Agency (ABA) sowie die Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG) künftig stärker strategisch angeleitet. Die zu Jahresbeginn präsentierte Industriestrategie 2035 wird damit weiter laufend umgesetzt.

Ziel ist es, die Zielsetzungen der Industriestrategie stärker in den inhaltlichen Portfolios und Aufgabenprofilen der Agenturen zu verankern und Leistungen noch klarer zuzuordnen bzw. besser aufeinander abzustimmen. Die Agenturen bilden in Zukunft stärker nach außen eine Einheit, im Vordergrund steht noch mehr die gesamthafte Servicierung der Unternehmen bei ihren Projekten.

"Österreich verfügt über eine starke Forschungs- und Innovationsbasis sowie leistungsfähige Förderinstrumente. Diese Stärken wollen wir noch schneller und wirksamer in industrielle Anwendung, Unternehmenswachstum und zusätzliche Wertschöpfung am Standort übersetzen", erklärt Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer. "Mit dem Agenturen Leitbild 2030 werden unsere Förderprogramm treffsicherer, wir steigern den Service und beseitigen Förderbürokratie. Damit fördern wir Zukunft, Arbeitsplätze und Wohlstand – einfacher, schneller und wirksamer."

"Eine moderne Förderlandschaft muss sich an den Bedürfnissen von Unternehmen und Forschung orientieren – mit einfachen Zugängen, klaren Zuständigkeiten und abgestimmten Angeboten. Mit dem Agenturen Leitbild 2030 bündeln wir die Kräfte von aws und FFG und sorgen dafür, dass innovative Projekte schneller die passende Unterstützung erhalten," so Bundesminister Peter Hanke.

Neun konkrete Umsetzungsschritte für mehr Wirkung

Das Leitbild übersetzt die Zielsetzungen der Industriestrategie in konkrete Umsetzungsschritte. Diese greifen ineinander und werden ab Herbst 2026 schrittweise umgesetzt.

  1. Schwerpunkt Schlüsseltechnologien. Die neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder werden zum Bezugspunkt für die inhaltliche Ausrichtung im Bereich Forschung, Finanzierung, Wissenschaft-Wirtschaft-Kooperation, Ansiedlung und Fachkräftegewinnung. Portfolios werden entlang vollständiger Entwicklungswege und nicht einzelner Projektphasen betrachtet; themenoffene Programme und niederschwellige Einstiege bleiben weitgehend erhalten.
  2. Wertschöpfung am Standort sichern: Made in Europe. In geeigneten Förderprogrammen sollen europäische Produktionskapazitäten, Know-how, Beschäftigung und resiliente Lieferketten durch positive Anreize stärker berücksichtigt werden. Bei größeren Investitionszuschüssen werden verbindliche Standortzusagen und verhältnismäßige Rückforderungsregelungen vorgesehen (Maßnahmen 111 & 112).
  3. Marktüberleitung verbindlich organisieren. Für Unternehmen werden feste Kontaktstellen definiert. Ein einheitliches Fallprofil und klare Reaktionsfristen für Übergaben werden zwischen den Agenturen definiert und sorgen damit für bessere und durchgängige Beratung und Begleitung der Projektwerber über den gesamten Projektzeitraum.
  4. "Business Austria" als Single-Point-of-Entry aufbauen. Ein gemeinsamer Zugang verbindet die bestehenden digitalen Angebote mit persönlicher Erstberatung. Unternehmen müssen ihr Anliegen nicht selbst zuordnen; bei mehreren Zuständigkeiten bleibt eine federführende Stelle verantwortlich. Es entsteht keine neue Abwicklungsstelle im BMWET, es wird lediglich für ein projektwerbendes Unternehmen der Erstkontakt einfacher
  5. Agenturen zu Vorreitern für Once Only machen. Die Agenturen erheben gemeinsam, welche Daten und Nachweise mehrfach verlangt werden, aus welchen Registern sie übernommen werden können und welche Rechtsgrundlagen oder Schnittstellen fehlen, um die Daten gegenseitig auszutauschen. Dadurch wird Förderbürokratie abgebaut und die Antragsprozesse werden vereinfacht. Gerade für kleinere Unternehmen, die keine eigenen Förderabteilungen bzw. -mitarbeiter/innen haben, stellen die Antragsprozesse oft Hürden dar.
  6. Gemeinsamen internationalen Auftritt entwickeln: Meet AustriaDer internationale Auftritt wird über eine gemeinsame Standorterzählung, abgestimmte Kernbotschaften sowie wiederverwendbare Technologie- und Standortmodule gebündelt. Bestehende Marken bleiben erhalten; Zielmärkte, Unternehmensprofile und die Zusammenarbeit bei Reisen, Messen und Leitveranstaltungen werden klar priorisiert.
  7. Wissen der Agenturen für wirtschaftspolitische Entscheidungen nutzen. Zu ausgewählten Fragen werden kompakte Policy Briefings erstellt: mit Daten und Praxiserfahrungen, zwei bis drei Handlungsoptionen, begründeter Empfehlung, Folgenabschätzung, Entscheidungsweg und Zeithorizont. Bei Bedarf werden Unternehmen und Forschende in kurze Praxisrunden eingebunden.
  8. Standorterfolge sichtbar machen. Leuchtturmprojekte, Themenmonate und eine gemeinsame Datenbank geprüfter Erfolgsgeschichten sollen die Sichtbarkeit der Standorterfolge der Förderungen des Bundes erhöhen. Damit sollen weitere Unternehmen auf die Möglichkeiten aufmerksam gemacht und gleichzeitig auch Innovationsmut geweckt werden.
  9. Innovation Board zur strategischen Bündelung einrichten. Eine regelmäßig zusammentretendes Innovation Board behandelt gemeinsame Prioritäten, Umsetzungsfortschritte, Policy Briefings und offene nächste Schritte. Das Board ersetzt keine bestehenden Gremien und trifft keine formalen Beschlüsse, soll die Zusammenarbeit lediglich stärken und Kompetenzen bündeln; Entscheidungen bleiben in den zuständigen Eigentümer-, Ressort- und Aufsichtsgremien.

Gemeinsame Verantwortung für den Standort

Die aws und die FFG stehen im gemeinsamen Eigentum vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) und dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI). Die Umsetzung des Leitbildes erfordert daher die enge Zusammenarbeit der Eigentümerressorts.

"Österreich ist in der Forschung stark. Jetzt müssen daraus schneller Innovationen, wettbewerbsfähige Unternehmen und hochwertige Arbeitsplätze entstehen. Mit dem Agenturen Leitbild 2030 stimmen wir aws und FFG enger ab und stärken den Weg von der Forschung in den Markt", so Bundesminister Peter Hanke.

Förderagenturen als Umsetzungspartner der Industriestrategie

Mit dem Agenturen Leitbild 2030 werden die Förderagenturen konsequent auf die Ziele der Industriestrategie Österreich 2035 ausgerichtet. Unternehmen sollen künftig einfacher Zugang zu Förderung und Finanzierung erhalten, Forschungsergebnisse schneller in den Markt gebracht und Investitionen gezielt in Schlüsseltechnologien und zusätzliche Wertschöpfung am Standort gelenkt werden.

"Aus guten Ideen sollen erfolgreiche Unternehmen, aus Forschung neue Produkte und aus Investitionen zusätzliche Arbeitsplätze in Österreich werden. Mit dem Agenturen Leitbild 2030 machen wir unsere Förderagenturen zu starken Umsetzungspartnern der Industriestrategie und stärken Österreich im internationalen Standortwettbewerb", so Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer abschließend.

Kontakt

Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus
presseabteilung@wirtschaftsministerium.at

Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur
presse@bmimi.gv.at