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Global Gateway

Global Gateway ist die EU Strategie zur Mobilisierung öffentlicher und privater Investitionen in nachhaltige Infrastruktur in Partnerländern, zur Stärkung europäischer Wettbewerbsfähigkeit, resilienter Lieferketten und entwicklungspolitischer Wirkung.

Bei der Umsetzung von Global Gateway kommt dem europäischen Privatsektor eine zentrale Rolle zu. Die Bündelung bestehender nationaler und europäischer Instrumente ermöglicht es europäischen Unternehmen, ausgewählte Vorhaben, die im Einklang mit den Prioritäten der Partnerländer sowie der Europäischen Union stehen, umzusetzen. Relevante österreichische Finanzierungsinstrumente können bei positiver Beurteilung durch die Europäische Kommission um Finanzierungsmechanismen auf europäischer Ebene ergänzt werden. Darüber hinaus umfassen die Unterstützungsangebote an den europäischen Privatsektor auch nicht-finanzielle Instrumente (wie zum Beispiel diplomatische Unterstützung). Seit Ende 2021 wurden im Rahmen von Global Gateway nach Angaben der Europäischen Kommission über 306 Milliarden Euro mobilisiert. Die Europäische Kommission ist zuversichtlich, bis Ende 2027 ein Gesamtvolumen von über 400 Milliarden Euro zu erreichen.

Hier finden Sie eine Übersicht der bestehenden Global Gateway Flagship-Projekte.

Mit Global Gateway verfolgt die EU das Ziel, ihre Außen‑, Handels‑ und Entwicklungspolitik kohärent miteinander zu verknüpfen und nachhaltige Partnerschaften im beidseitigen Interesse zu fördern. Mit der Finanzierung nachhaltiger Infrastrukturprojekte sollen Lebensbedingungen in Schwellen‑ und Entwicklungsländern verbessert, lokale Wertschöpfung, Beschäftigung und Kapazitäten gestärkt und zugleich Chancen für europäische Unternehmen gesichert werden.

Durch den 360 Grad-Ansatz[1] soll nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Partnerländer unterstützt werden. Vor dem Hintergrund geopolitischer Herausforderungen leistet Global Gateway gleichzeitig einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, der Diversifizierung von europäischen Wertschöpfungs- und Lieferketten sowie zur Erschließung neuer Wachstumsmärkte. Die Umsetzung der Global Gateway-Strategie orientiert sich an den Prioritäten der Partnerländer sowie den Interessen europäischer Unternehmen und konzentriert sich auf fünf Schlüsselbereiche der Zusammenarbeit: Transport, Energie und Klima, Digitales, Gesundheit sowie Bildung und Forschung. Langfristig zielt die Strategie auch darauf ab, die strategische Autonomie und Resilienz der EU zu stärken, etwa im Bereich Energiesicherheit oder beim Zugang zu kritischen Rohstoffen.

 

[1] Der 360-Grad-Ansatz im Rahmen von Global Gateway bedeutet: Investitionen werden nicht isoliert umgesetzt, sondern mit Rahmenbedingungen wie Regulierung, lokalen Akteuren, Nachhaltigkeit sowie Klima- und Konfliktrisiken verknüpft, um ein stabiles Umfeld für Projekte zu schaffen.

Unterstützt werden vergleichsweise große Investitionsvorhaben und Liefergeschäfte im Rahmen strategischer Investitionen. Je nach Zielregion gelten die Auswahlkriterien und -prozesse der zuständigen EU-Generaldirektion (DG INTPA, DG MENA oder DG ENEST). Die Kombination nationaler und europäischer Instrumente soll die Investitionsrisiken in Partnerländern reduzieren, die Einbindung europäischer Technologie und europäischen Know-Hows unterstützen und zugleich einen Beitrag zur Erreichung der Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) leisten.

  • In der Wirtschaftskammer Österreich stehen Ihnen zur Beratung die AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA (Netzwerk Projekte International – NPI) sowie die Europapolitik mit dem Enterprise Europe Network (EEN) zur Verfügung:
  • Die Oesterreichische Kontrollbank AG hat für OeKB und die Österreichische Entwicklungsbank OeEB einen gemeinsamen Global Gateway-Focal Point eingerichtet:
  • Im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten steht Ihnen das Global Gateway-Team der Abteilung VII.2 zur Verfügung:
  • Im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus steht Ihnen das Global Gateway-Team der Abteilung I/B/6 zur Verfügung, das sich auf Außenwirtschaftsbeziehungen fokussiert:
  • In der Austrian Development Agency (ADA) steht Ihnen im Referat Wirtschaft & Entwicklung folgende Ansprechperson zur Verfügung:

Für diese Regionen ist bei der Europäischen Kommission die Generaldirektion für Internationale Partnerschaften (DG INTPA) zuständig. Diese hat den "Global Gateway Investment Hub" für die Zusammenarbeit mit dem europäischen Privatsektor eingerichtet. Über den Global Gateway Investment Hub können Unternehmen bzw. Unternehmenskonsortien sowie Exporteure mit Hauptsitz in der Europäischen Union die zur Verfügung stehenden Instrumente der EU anfragen.

Der Investment Hub ist kein Fördertopf, sondern eine Koordinationsplattform, die antragsberechtigte europäische Unternehmen nach positiver Projektbeurteilung dabei unterstützt, ausgewählte Projekte gemeinsam mit Partnerländern umzusetzen und bestehende (Finanzierungs-)lücken zu schließen. Grundvoraussetzung für jedes Engagement ist dabei das beidseitige Interesse des Partnerlandes sowie der Europäischen Union an der Projektumsetzung.

Welche Instrumente stehen im Rahmen des Global Gateway Investment Hubs zur Verfügung?

Mögliche finanzielle Unterstützung im Rahmen des Global Gateway Investment Hubs (nationale und EU-Instrumente):

  • Zuschüsse für Projektentwicklungskosten, Investitionszuschüsse
  • Eigenkapital-, Fremdkapital- und Garantieinstrumente öffentlicher oder privater Finanzinstitute, gegebenenfalls mit EU-Garantie
  • Finanzierung in lokaler Währung, Absicherung von Wechselkursrisiken
  • Finanzielle Unterstützung für ergänzende und fördernde Investitionen (beispielsweise für Infrastruktur, die Ausbildung von Fachkräften, die Entwicklung lokaler Lieferketten und dergleichen)

Mögliche nicht-finanzielle Unterstützung im Rahmen des Global Gateway Investment Hubs sowohl auf nationaler, als auch auf europäischer Ebene):

  • Politische Unterstützung, beispielsweise in Form von Wirtschaftsdiplomatie und der Berücksichtigung von Gemischten Wirtschaftskommissionen, im Dialog mit lokalen Behörden sowohl auf nationaler, als auch auf europäischer Ebene (zum Beispiel zu Regulierungsfragen, Investitionsbedingungen, Marktzugang et cetera) oder auch durch den Abschluss bi- oder multilateraler Vereinbarungen mit Drittstaaten
  • Technische Unterstützung (zum Beispiel in Bezug auf das regulatorische Umfeld im Partnerland, Capacity Development et cetera)
  • Suche nach europäischen Partnern zum Aufbau eines wettbewerbsfähigen Angebots

Wie sieht der Ablauf aus?

  1. Erste Prüfung seitens Unternehmen auf Basis der Zulassungskriterien zum Global Gateway Investment Hub
    Auf Basis der zur Verfügung stehenden Dokumente der Europäischen Kommission prüft das interessierte Unternehmen, ob das Projekt den Zulassungskriterien entspricht und befüllt das Antragsformular der Europäischen Kommission.
  2. Kontaktaufnahme mit dem Team Austria
    Das vom Unternehmen ausgefüllte Antragsformular wird beim Global Gateway-Focal Point des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) per E-Mail (globalgateway@bmeia.gv.at) eingereicht.
  3. Kohärenzprüfung durch das Team Austria
    Das Team Austria führt eine erste Kohärenzprüfung auf Basis der durch die Europäische Kommission definierten Zulassungskriterien durch. Dann folgt eine Vorabklärung im Rahmen der Einreichungsvorbereitung, ob und in welcher Form geeignete nationale Förder‑ und Finanzierungsinstrumente im Einklang mit dem jeweiligen Programm‑ beziehungsweise Instrumentenmandat zur Unterstützung oder Umsetzung des Projektvorschlags beitragen können.
  1. Einbindung der zuständigen nationalen Institutionen
    Anschließend erfolgt die Abstimmung mit den jeweils zuständigen nationalen Institutionen (zum Beispiel Förder‑, Finanz‑ oder Außenwirtschaftsakteure), um nationale Interessen und Instrumente zu prüfen und zu bündeln. Bei Bestehen eines potentiellen nationalen Instrumentes erfolgt eine Überprüfung seitens des jeweiligen nationalen Umsetzungspartners, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen eine Finanzierung mandatsgerecht erfolgen kann.

    Wichtig: Eine positive Beurteilung durch das Team Austria für eine prinzipielle Eignung des Vorhabens für eine Unterstützung durch den Global Gateway Investment Hub bedeutet keine Zusage für eine finanzielle Unterstützung. Im weiteren Verlauf sind die regulären Vergabeverfahren des jeweiligen Förder- und Finanzierungsinstruments (zum Beispiel EIB, EBRD, OeEB, OeKB, ADA et cetera.) sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene einzuhalten.
  1. Weiterleitung an den Global Gateway Investment Hub
    Bei einer positiven Prüfung durch den nationalen Umsetzungspartner hinsichtlich der möglichen Finanzierbarkeit beziehungsweise Förderfähigkeit des Projektes kann dieses zur parallelen Prüfung im Global Gateway Investment Hub eingebracht werden. Es erfolgt eine detaillierte Projektprüfung auf europäischer Ebene (Europäische Kommission) sowie auf nationaler Ebene (jeweiliger Umsetzungspartner), die im Falle einer Genehmigung zu einer Finanzierungs- oder Förderzusage führen kann.
  1. EU‑seitige Rückmeldung
    Der Investment Hub koordiniert die EU‑interne Prüfung und gibt innerhalb eines Monats eine erste Rückmeldung zur weiteren Vorgehensweise. Seitens der Europäischen Kommission werden Projektanträge anhand der definierten Beurteilungskriterien evaluiert.
  1. Begleitung durch die Europäische Kommission
    Wird das Projekt positiv vorgeprüft, wird eine Kontaktperson der Europäischen Kommission benannt. Diese unterstützt das Vorhaben bei der Identifizierung und Mobilisierung möglicher finanzieller und nicht‑finanzieller Ressourcen, unter Nutzung eines breiten Netzwerks von EU‑Partnern.

Da Global Gateway kein statisches Instrument, sondern eine Strategie mit vielen beteiligten Akteuren ist, in der nationale und EU-Strukturen eng verzahnt werden, sind laufende Verbesserungen bei der europäischen und nationalen Koordination sowie bei Verfahren systemimmanent.

Wer ist die österreichische Koordinationsstelle für den Global Gateway Investment Hub?

Dem Global Gateway Investment Hub sind nationale Koordinationsstellen (sogenannte Team Nationals) in jedem EU-Mitgliedsstaat vorgeschaltet. Das „Team Austria“ setzt sich wie folgt zusammen:

  • Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA)
  • Bundesministerium für Finanzen (BMF)
  • Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET)
  • Oesterreichische Kontrollbank (OeKB)
  • Oesterreichische Entwicklungsbank (OeEB)
  • Austrian Development Agency (ADA)
  • Wirtschaftskammer Österreich (WKO)

Das BMEIA übernimmt die Sekretariatsfunktion für das „Team Austria“.

Gibt es eine österreichische Fokussierung?

Eine österreichische Schwerpunksetzung auf jene Bereiche, in denen Österreich auf Grundlage der österreichischen Ausrichtung der Außen-, Wirtschafts- und Handelspolitik sowie der gegebenen Unternehmens- und Investitionsstruktur einen strategischen Vorteil und einen Kompetenzvorteil aufweisen kann, ist wichtig. In einer ersten Clusterung liegt der Fokus auf Projekten und Geschäftsvorhaben in den Bereichen Klima und grüner Energie sowie Konnektivität, insbesondere auf resilienter Schieneninfrastruktur.

Welche Unterstützungsmöglichkeiten stehen auf nationaler Ebene zur Verfügung?

Das Team Austria wird eine potenzielle Unterstützungsleistung aus den zur Verfügung stehenden Instrumenten der Akteure des Team Austria prüfen.

Für die Umsetzung der Global Gateway Strategie in diesen Regionen ist die Generaldirektion für Erweiterung und östliche Nachbarschaft (DG  ENEST) zuständig.

Derzeit steht der "Call for expressions of interesse for EU/EEA/Moldova-based businesses to invest in the Republic of Moldova - Enlargement and Eastern Neighbourhood" für Unternehmen zur Verfügung. Einreichfrist ist der 4. Juni 2026.