Austrian Startup Monitor 2025 zeigt resiliente Entwicklung, starke Technologieorientierung und wachsende internationale Dynamik Startups bleiben auch in schwierigem Umfeld starke Innovations- und Technologietreiber - ASM 2025 zeigt Szene mit wachsender Internationalisierung und klarer Zukunftsorientierung
Österreichs Startup-Szene bleibt auch in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld ein starker Innovationsmotor des Standorts. Der Austrian Startup Monitor 2025 zeigt, dass heimische Startups mit technologischer Kompetenz, wachsender Internationalisierung und zunehmender gesellschaftlicher Wirkung entscheidend zu Wettbewerbsfähigkeit, Transformation und Zukunftssicherung beitragen. Österreichs Startups zeigen auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten, wie viel Dynamik, Innovationskraft und Zukunftspotenzial in diesem Standort steckt. Der Austrian Startup Monitor 2025 macht deutlich, dass die heimische Szene widerstandsfähig bleibt, technologische Schwerpunkte setzt und immer stärker international denkt. Startups erschließen neue Märkte, treiben Innovation voran und bringen Lösungen rasch in die Anwendung.
Innovation mit Wirkung
Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei akademischen Spin-offs. Mittlerweile entfallen 23 Prozent aller Startups auf diesen Bereich. Das zeigt, dass Forschung und Unternehmertum in Österreich immer enger zusammenrücken und wissenschaftliche Exzellenz zunehmend in marktfähige Geschäftsmodelle übersetzt wird.
Auch der Anteil von Green- und Social-Impact-Startups ist deutlich gestiegen. Lag ihr Anteil im Zeitraum 2014 bis 2016 noch bei 13 Prozent, so beträgt er im Zeitraum 2023 bis 2025 bereits 31 Prozent. Damit wird fast jedes dritte Startup in Österreich mit einem klaren ökologischen oder gesellschaftlichen Anspruch gegründet. Das unterstreicht, dass Innovation und Verantwortung in Österreich Hand in Hand gehen.
Stabil bleibt auch der Anteil der Scaleups. Nach 14 Prozent im Jahr 2023 machen sie aktuell 13 Prozent aller Startups aus. Das ist ein wichtiges Signal für die Reifung des Standorts. Gleichzeitig zählen SaaS sowie IT- und Softwareentwicklung weiterhin zu den wichtigsten Geschäftsmodellen, auch Hardware behauptet sich auf stabilem Niveau.
Technologiestandort mit klarem Schwerpunkt
Ein zentraler Befund des Austrian Startup Monitor 2025 ist die starke Technologieorientierung der heimischen Startup-Szene. Insgesamt sind 75 Prozent der Startups technologieorientiert, darunter 12 Prozent Deep-Tech-Startups und 59 Prozent Tech-Startups. Besonders stark vertreten sind Künstliche Intelligenz und Dateninnovation, die für rund drei Viertel der Tech-Startups ein prägendes Tätigkeitsfeld darstellen. Dahinter folgen Energie- und Umwelttechnologien mit 18 Prozent sowie Life Sciences und Biotechnologie mit 14 Prozent.
Auch beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz zeigt sich eine deutliche Dynamik. 70 Prozent der Startups nutzen KI in der Produktentwicklung, 84 Prozent in betrieblichen Prozessen, 53 Prozent als Teil ihres Angebots und 16 Prozent in der Produktion. Gegenüber dem Vorjahr ist der KI-Einsatz in mehreren Bereichen deutlich gestiegen. Das spricht für wachsende technologische Kompetenz und die Fähigkeit, neue Technologien nicht nur zu adaptieren, sondern aktiv in Wertschöpfung zu übersetzen.
Bei den Wettbewerbsstrategien zeigt sich ebenfalls ein klares Bild. Deep-Tech-Startups setzen besonders stark auf Innovationsgeschwindigkeit und technologischen Vorsprung. Scaleups messen der Komplexität ihrer Produkte und Dienstleistungen große Bedeutung bei, um sich im Wachstum wirksam vor Nachahmung zu schützen. Das verweist auf eine zunehmende Professionalisierung und Reife des Startup-Ökosystems.
Gründung, Wachstum und Internationalisierung
Die überwiegende Mehrheit der Startups entsteht weiterhin im Team. 77 Prozent der Unternehmen werden von mehreren Personen gegründet. Gleichzeitig zeigt sich, dass Unternehmergeist in Österreich früh ansetzt. Rund 60 Prozent geben an, dass der Wunsch zu gründen bereits in der Jugend, während der Ausbildung oder im Studium entstanden ist. Das Alter bei der ersten Unternehmensgründung ist im Zeitverlauf kontinuierlich gesunken und liegt mittlerweile bei rund 32 Jahren.
Auch die Beschäftigungswirkung der Szene ist beachtlich. Im Jahr 2025 beschäftigt der Startup-Sektor rund 35.000 Personen, die durchschnittliche Mitarbeiterzahl liegt bei 11,4. Zwar ist die Bereitschaft zu Neueinstellungen angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten und gestiegener Effizienzpotenziale durch KI etwas zurückgegangen, dennoch planen weiterhin 73 Prozent der Startups, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen. Das unterstreicht die anhaltende Wachstumsorientierung des Sektors.
Deutlich sichtbar ist auch die Marktdynamik. Das B2B-Segment dominiert weiterhin, während der B2C-Bereich 2025 mit 24 Prozent seinen bisher höchsten Anteil erreicht. Besonders stark fällt die zunehmende Internationalisierung ins Gewicht. 82 Prozent der Startups planen die Expansion in internationale Märkte, 74 Prozent nennen die EU als wichtigste Zielregion, 18 Prozent fokussieren auf Nordamerika als wichtigste Region außerhalb Europas. Österreich bleibt zwar der wichtigste Einzelmarkt, sein Umsatzanteil sinkt jedoch zugunsten internationaler Märkte. Das unterstreicht die Offenheit und Skalierungsorientierung der heimischen Szene.
Belastbar trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen
Auch wirtschaftlich präsentiert sich der Sektor robust. Mehr als 75 Prozent der Startups erzielen bereits Umsätze, 46 Prozent arbeiteten 2025 zumindest kostendeckend. Weitere 40 Prozent planen, innerhalb der kommenden zwei Jahre den Breakeven zu erreichen. Das zeigt, dass viele junge Unternehmen ihren Weg in stabile wirtschaftliche Strukturen konsequent weitergehen.
Bei der Finanzierung bleibt Bootstrapping mit 65 Prozent die häufigste Quelle. Gleichzeitig spielen öffentliche Förderungen für 55 Prozent der Startups eine zentrale Rolle. Für Deep-Tech-Startups sind sie mit 78 Prozent sogar die wichtigste Finanzierungsbasis. Das verdeutlicht, wie wichtig starke öffentliche Innovationsinstrumente für technologieorientiertes Wachstum sind. Zugleich gibt es erste Anzeichen einer leichten Entspannung im weiterhin angespannten Finanzierungsumfeld. Der Anteil risikokapitalfinanzierter Startups ist auf 54 Prozent gestiegen, und fast die Hälfte der Startups plant, innerhalb der kommenden zwölf Monate neues Eigenkapital aufzunehmen.
Die Geschäftslage hat sich gegenüber 2024 leicht verbessert, bleibt aber insgesamt gedämpft. Als größte Herausforderungen nennen die Startups Vertrieb und Kundengewinnung, Cash-flow und Liquidität sowie Umsatzwachstum. Gleichzeitig formulieren sie klare Erwartungen an die Politik. Im Vordergrund stehen die Senkung von Steuern und Abgaben, insbesondere der Lohnnebenkosten, bessere Anreize für privates Risikokapital, weniger Bürokratie im Förderwesen sowie mehr Übersichtlichkeit und Flexibilität bei Förderinstrumenten.
Blick nach vorne
Auch mit Blick auf die kommenden Jahre bleibt das Bild dynamisch. Künstliche Intelligenz ist weiterhin die wichtigste Zukunftstechnologie, Cybersecurity gewinnt deutlich an Relevanz, und auch Energy Storage sowie erneuerbare Energien bleiben zentrale Innovationsfelder. Der Austrian Startup Monitor 2025 zeigt damit klar, dass Österreichs Startups an genau jenen Technologien arbeiten, die für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und nachhaltige Entwicklung in den kommenden Jahren entscheidend sein werden.
"Der Austrian Startup Monitor zeigt sehr deutlich, wie viel Innovationskraft in Österreichs Startup-Szene steckt. Unsere Startups entwickeln Schlüsseltechnologien, denken international und arbeiten an Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit. Genau deshalb sind sie nicht nur ein wichtiger Teil unseres Standorts, sondern ein entscheidender Teil seiner Zukunft. Jetzt geht es darum, die richtigen Voraussetzungen zu schaffen: mehr Wachstumsfinanzierung, starke Unterstützung entlang der gesamten Innovationskette und Rahmenbedingungen, die Tempo, Skalierung und unternehmerischen Erfolg in Österreich möglich machen“, so Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus.
"Der Anstieg akademischer Spin-offs auf 23 Prozent aller Start-ups zeigt, wie relevant der Wissens- und Technologietransfer aus der öffentlich finanzierten Forschung ist. Gerade diese Gründungen stehen für hohe High-Tech- und Deep-Tech-Intensität, Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig ist der Anteil von Frauen unter den Gründer:innen auf 21 Prozent gesunken – das ist zu wenig. Wir brauchen mehr Frauen in technologieintensiven Gründungen, denn Diversität stärkt Innovation und schafft wichtige Vorbilder", so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
"Mit der ersten Industriestrategie Österreichs haben wir den Weg vorgezeichnet, wie wir bis 2035 wieder unter die Top 10 der Industrienationen weltweit aufsteigen wollen. Zentrales Element ist die klare Definition von insgesamt neun Schlüsseltechnologien und Stärkefeldern, in denen Österreich schon jetzt eine Spitzenposition oder das Potenzial dazu hat. Das heimische Startup-Ökosystem spielt dafür eine entscheidende Rolle. Durch das Hinterfragen etablierter Geschäftsmodelle und der Entwicklung agiler Lösungen stärken Startups das Innovationspotenzial von 'Made in Austria' und damit auch den Wirtschaftsstandort Österreich", so Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
"Startups sind ein zentraler Innovationstreiber und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts nachhaltig. Gleichzeitig stehen viele junge Unternehmen im Alltag vor großen Herausforderungen – von Finanzierung bis hin zu administrativen Hürden. Als Wirtschaftskammer ist es unser Ziel, die Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass Startups wachsen, investieren und Arbeitsplätze schaffen können", so Bettina Dorfer-Pauschenwein, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich.
"Die Ergebnisse des Austrian Startup Monitors 2025 zeigen klar, welches Potenzial in Österreichs Startup-Szene steckt. Ein Großteil der Startups arbeitet an Schlüsseltechnologien – ein echter Wettbewerbsvorteil für unseren Standort. Im Unternehmensalltag entscheidet sich, ob aus Ideen Wachstum entsteht und diese Dynamik auch am Standort gehalten werden kann. Dafür braucht es jetzt spürbare Verbesserungen, vor allem beim Zugang zu Kapital, bei der Entlastung von Betrieben und beim Abbau von Bürokratie", so Verena Eugster, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft.
"Der Austrian Startup Monitor bestätigt die zentrale Rolle der FFG im österreichischen Startup-Ökosystem: Knapp zwei Drittel aller geförderten Startups nutzen unsere Programme, um Innovationen zur Marktreife zu bringen. Gerade in einem anspruchsvollen Umfeld zeigt sich, wie wichtig verlässliche Förderinstrumente für Wachstum, Internationalisierung und technologische Entwicklung sind. 2025 konnten wir Startups, Scaleups und Spin-offs mit mehr als 92 Millionen Euro gezielt unterstützen und sie auf ihrem Weg nachhaltig begleiten", so Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG.
"Als Förderbank des Bundes begleitet die awsUnternehmen in allen Entwicklungsphasen von der ersten Idee bis hin zum Markterfolg. Dabei setzen wir einen starken Fokus auf die Förderung von Start-ups. Etwa ein Drittel der aws Finanzierungsleistung pro Jahr geht an solche innovativen Jungunternehmen. Zudem unterstreicht die im Jänner von der Bundesregierung präsentierte Industriestrategie 2035 deutlich die essenzielle Rolle von Start-ups beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung von Schlüsseltechnologien", so Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer Austria Wirtschaftsservice GmbH.
Zum Gesamtbericht: https://austrianstartupmonitor.at
Kontakt:
Presseabteilung: presseabteilung@wirtschaftsministerium.at