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Lehrberufe mit F

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Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt: Motorradtechnik Ausbildung ab 1. Jänner 2027

Lehrzeit in Jahren: 4

Ausbildungsvorschriften: II 195/2026

Prüfungsordnung: II 195/2026

Berufslexikon des AMSFahrzeugtechnikerIn - Schwerpunkt Motorradtechnik

Berufsinformationscomputer (BIC) der WKOFahrzeugtechnik - Motorradtechnik

Berufsprofil

1. Grundlagen der Fahrzeugtechnik

a) Die Fachkraft im Lehrberuf Fahrzeugtechnik führt alle ihre Tätigkeiten basierend auf den Grundlagen der Fahrzeugtechnik wie Aufbau eines Fahrzeuges, Aufgaben, Aufbau und Funktionsweise von Antriebseinheiten (Motoren wie Otto- und Dieselmotor, alternative Antriebskonzepten wie teil- und vollelektrische Antriebe, Brennstoffzellen), Antriebssträngen für unterschiedliche Antriebseinheiten, elektrischen Systemen, Komfort- und Sicherheitssystemen sowie Informationstechnik aus. Darüber hinaus weiß sie um Aufgaben, Aufbau und Funktionsweise des Fahrwerks sowie um Bauformen und Bauweisen des Fahrzeugaufbaus Bescheid. Speziell beachtet die Fachkraft die Gefahren, welche von pyrotechnischen Einrichtungen eines Fahrzeuges sowie von Kältemitteln und sonstigen Betriebsstoffen ausgehen, bei ihren Arbeiten. Um einen reibungslosen Ablauf in der Werkstatt (Kunden- und Fahrzeugdatenerfassung, Reparaturaufwand ermitteln, Auftragsannahme, Werkstattauftrag, Materialbeschaffung, Reparatur, Altteilentsorgung, Probefahrt, Rechnung) sicher zu stellen, verrichtet sie ihre Arbeiten gemäß den vorgegebenen Arbeitsabläufen und beachtet dabei Fahrzeugherstellervorgaben für eine sach- und fachgerechte Reparatur, damit die Fahrsicherheit und Werterhaltung des Fahrzeuges gewährleistet sind. Die Beschaffung und Lagerung von Ersatzteilen (OEM-Ersatzteile Original Equipment Manufacturer, Originalgerätehersteller und Nachbau-Ersatzteile) bildet dabei eine weitere Grundlage für einen planmäßigen Ablauf in der Werkstatt. Nach ausgeführten Reparaturarbeiten führt die Fachkraft Funktionskontrollen durch und leitet bei allfälligen Mängeln Korrekturmaßnahmen ein. Im Rahmen der Qualitätssicherung werden dabei alle Betriebsdaten (zB Auftragsdaten, Fahrzeugdaten, Ersatzteile) erfasst und dokumentiert.

b) Die Fachkraft ist beim Umgang mit Hochvolt-Systemen berechtigt, folgende Tätigkeiten nach definierten Herstellerangaben auszuführen: Umgang mit dem Fahrzeug wie zB Reinigung, Nachfüllen und Austauschen von Betriebsmitteln, Nutzen bekannter Anschlüsse, Benutzen von Bedienelementen, nicht-elektrotechnische Arbeiten am Fahrzeug (beispielsweise Karosseriearbeiten, Öl-, Radwechsel, technische Fahrzeugprüfung wie zB Überprüfungen gemäß Kraftfahrgesetz), Arbeiten am konventionellen Bordnetz, Spannungsfreischaltung, Feststellung der Spannungsfreiheit und Arbeiten am HV-System mit vorhergehender Spannungsfreischaltung, Messungen am HV-System, bei denen ein zwangsläufiger Berührungsschutz gewährleistet bleibt.

2. Werkstatttechnik:

Die Fachkraft im Lehrberuf Fahrzeugtechnik verwendet als Grundlage für auszuführende Arbeiten technische Unterlagen (zB Werkstattinformationssysteme, Zeichnungen, Normen, Vorschriften, Bedienungsanleitungen, Pläne, Schaltpläne), aus denen sie benötigte Informationen entnimmt, wobei sie auch immer wieder Skizzen und einfache Zeichnungen per Hand oder computerunterstützt erstellt. Für durchzuführende Messungen zur Ermittlung berufstypischer mechanischer und elektrischer Größen wendet die Fachkraft unterschiedliche einfache oder komplexe Prüf- und Messgeräte oder Lehren an und dokumentiert die Ergebnisse. Bei vielen ihrer Arbeiten wendet sie manuelle oder maschinelle Bearbeitungsverfahren an, welche sie mit geeigneten Handwerkzeugen, handgeführten Maschinen und Maschinen ausführt. Zu ihren grundlegenden Tätigkeiten gehört auch das Herstellen von lösbaren und unlösbaren Verbindungen, um zB Ersatzteile oder hergestellte Neuteile zu montieren.

fachliche Kompetenzbereiche im Schwerpunkt Motorradtechnik:

Die Fachkraft im Lehrberuf Fahrzeugtechnik mit dem Schwerpunkt Motorradtechnik ist mit Service-, Wartungs-, Inspektions-, Reparatur- sowie Um- und Nachrüstarbeiten an Motorrädern befasst. Sie serviciert, wartet, inspiziert und repariert Antriebseinheiten (zB Motoren wie Ottomotor, alternative Antriebskonzepte wie teil- und vollelektrische Antriebe, Brennstoffzellen) und deren Einzelbaugruppen von Systemen der Motormechanik, des Motormanagements sowie der Auspuff- und Abgasanlage, Antriebsstränge für unterschiedliche Antriebseinheiten und deren Einzelbaugruppen (zB Kettenantriebe, Kardanwellen, Riementriebe, Kupplung, Getriebe), Fahrwerk und dessen Einzelbaugruppen (Motorradrahmen, Radführung, Lenkung, Federung, Dämpfung, Bremsen, Räder, Reifen), Fahrzeugaufbau sowie dessen Einzelbaugruppen (zB Kotflügel, Tank, Verkleidung, Scheiben), elektrischen Systemen (Beleuchtung, Spannungsversorgung) sowie deren Einzelbaugruppen (Leuchtmittel, Scheinwerfersysteme, Batterien, Generatoren, Bordnetz, elektrische Motoren, Sensoren), Komfort- und Sicherheitssystemen (zB ABS, kurventaugliches ABS, kurventaugliche Traktionskontrolle, Tempomat, einstellbare Feder-Dämpfer-Systeme, Heizung, Diebstahlschutzsysteme) sowie deren Einzelbaugruppen (zB Sensoren, Kameras, Steuergeräte, Navigationssystem) und pneumatische und hydraulische (zB pneumatische Stoßdämpfer, hydraulisches Kupplungssystem) Systeme sowie deren Einzelbaugruppen (Leitungen, Ventile, Zylinder). Darüber hinaus führt sie auch Um- und Nachrüstarbeiten an diesen Einzelsystemen aus. Bevor die Fachkraft mit den angeführten Wartungs- und Reparaturarbeiten beginnt, sucht sie mit geeigneten Prüf- und Messgeräten (zB Fahrzeugsystemtester inklusive Werkstattinformationssysteme, Achs-Vermessung) nach Fehlern bzw. Schäden an Antriebseinheiten, Antriebssträngen, am Fahrwerk, am Fahrzeugaufbau, an elektrischen Systemen, an Komfort- und Sicherheitssystemen und an pneumatischen und hydraulischen Systemen sowie deren Einzelbaugruppen und diagnostiziert und dokumentiert diese. Im Rahmen der Service-, Wartungs- und Inspektionsarbeiten wechselt sie auch die Filter (zB Luft- und Abgasfilter, Kraftstofffilter, Schmierölfilter, Innenraumfilter) und Betriebsstoffe (Schmieröle, Schmierstoffe, Kühl- und Gefrierschutzmittel, Bremsflüssigkeiten, Flüssigkeiten zur Kraftübertragung). Zu ihren weiteren Aufgaben zählen auch das Wechseln von Reifen (unter Beachtung von Reifendruckkontrollsystemen RDKS) sowie das Einspeichen, Zentrieren und Auswuchten von Rädern und das Mitarbeiten bei der Anwendung passender Korrosionsschutzmaßnahmen.

Fachübergreifende Kompetenzbereiche:

1. Berufliches und betriebliches Umfeld:

Im Rahmen des betrieblichen Leistungsspektrums führt die Fachkraft im Lehrberuf Fahrzeugtechnik ihre Aufgaben effizient aus und berücksichtigt dabei betriebswirtschaftliche Zusammenhänge sowie rechtliche und technische Standards. Sie agiert aus Basis der gesetzlichen Rechte und Pflichten innerhalb der betrieblichen Aufbau- und Ablauforganisation und hält Arbeitsgrundsätze wie Sorgfalt, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Pünktlichkeit ein.

2. Sozial- und Methodenkompetenz:

Die Fachkraft im Lehrberuf Fahrzeugtechnik agiert innerhalb der betrieblichen Aufbau- und Ablauforganisation sozial- und methodenkompetent und bearbeitet die ihr übertragenen Aufgaben lösungsorientiert sowie situationsgerecht auf Basis ihres Verständnisses für Entrepreneurship und Teamarbeit. Darüber hinaus kommuniziert sie zielgruppenorientiert und berufsadäquat, auch auf Englisch, und agiert kundenorientiert.

3. Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit: Die Fachkraft im Lehrberuf Fahrzeugtechnik wendet die Grundsätze des betrieblichen Qualitätsmanagements an und bringt sich in den innerbetrieblichen Verbesserungsprozess ein. Sie reflektiert ihr eigenes Vorgehen und nutzt die daraus gewonnenen Erkenntnisse in ihrem Aufgabenbereich. Die Fachkraft beachtet die rechtlichen und betrieblichen Regelungen für ihre persönliche Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Bei Unfällen und Verletzungen handelt sie situationsgerecht. Darüber hinaus agiert die Fachkraft nachhaltig und ressourcenschonend.

4. Digitales Arbeiten:

Die Fachkraft im Lehrberuf Fahrzeugtechnik verwendet im Rahmen der rechtlichen und betrieblichen Vorgaben für ihre auszuführenden Aufgaben die am besten geeignete/n digitalen Geräte, betriebliche Software und digitalen Kommunikationsformen und nutzt diese effizient. Sie beschafft auf digitalem Weg die für die Aufgabenbearbeitung erforderlichen betriebsinternen und -externen Informationen. Die Fachkraft agiert auf Basis ihrer digitalen Kompetenz zielgerichtet und verantwortungsbewusst. Dazu zählt vor allem der sensible und sichere Umgang mit Daten unter Berücksichtigung der betrieblichen und rechtlichen Vorgaben (zB Verordnung (EU) 2016/679 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG – Datenschutz-Grundverordnung, ABl. Nr. L 119 vom 04.05.2016 S. 1).

Kontakt

Berufsausbildung/Lehrlingsausbildung: lehre_berufsausbildung@bmwet.gv.at