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Hauptausschuss verlängert Gasreserve bis 2029 – Sicherheitsnetz für 840.000 Gas-Haushalte und die Industrie Der Hauptausschuss verlängert einstimmig die strategischen Gasreserve von 20 TWh – Speicherkapazitäten werden nun frühzeitig ausgeschrieben, um die Kosten zu senken

"Gerade der Iran-Krieg zeigt, wie schnell Energie zur Sicherheitsfrage wird. Die einstimmige Verlängerung der strategischen Gasreserve ist daher ein wichtiger Schritt, um Österreich sicherer zu machen. Auch wenn sich die Lage entspannt, bleiben wir wachsam: Wir ziehen jetzt gemeinsam mit Expertinnen und Experten die Lehren aus den vergangenen Monaten, um Österreich noch krisenfester zu machen," so Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Der Hauptausschuss des Nationalrates hat heute, Montag, einstimmig die Verlängerung der strategischen Gasreserve bis 1. April 2029 beschlossen. Die Verordnung erreichte mit den Stimmen aller Parteien die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Damit bleibt der staatlich kontrollierte Krisenpolster von 20 Terawattstunden – rund ein Viertel eines österreichischen Jahresverbrauchs – zwei weitere Jahre bestehen. Er sichert mehr als 840.000 Haushalte ab, die mit Gas heizen, ebenso die Industrie, auf die rund 60 Prozent des heimischen Gasverbrauchs entfallen. Mit dem Beschluss startet die Umsetzung unmittelbar: Die Speicherkapazitäten für die Speicherjahre 2027/28 und 2028/29 werden frühzeitig ausgeschrieben.

So geht es mit der Gasreserve weiter

  • Frühzeitige Ausschreibung: Die ASGM, hundertprozentige Tochtergesellschaft des Verteilergebietsmanagers AGGM, schreibt die Speicherkapazitäten für die Speicherjahre 2027/28 und 2028/29 nun rasch aus.
  • Schlankeres Speicherprodukt: Die Reserve wird künftig ohne Ein- und Ausspeicherleistung beschafft, weil sie ausschließlich für den Krisenfall vorgehalten wird. Das vermeidet Netznutzungsentgelte und macht das Speicherprodukt günstiger.
  • Gesicherte Finanzierung: Die erforderlichen Mittel sind im Doppelbudget 2027/28 bereits vorgesehen (2026: 97 Mio. | 2027: 114 Mio. | 2028: 120 Mio.).

Europa rüstet bei der Gasvorsorge nach

Strategische Gasreserven gewinnen europaweit an Bedeutung: Ungarn und Italien halten eigene Reserven, Deutschland und die Niederlande prüfen derzeit den Aufbau. Damit steigt der Wettbewerb um Speicherkapazitäten – der heutige Beschluss ermöglicht es Österreich, sich die benötigten Kapazitäten frühzeitig und zu guten Konditionen zu sichern. Die strategische Gasreserve wurde 2022 als Reaktion auf die Energiekrise eingerichtet, lagert vollständig in Speichern auf österreichischem Hoheitsgebiet und kann ausschließlich im Energielenkungsfall freigegeben werden.

Zusatzinformationen

  • Gesetzliche Grundlage: §§ 18a ff Gaswirtschaftsgesetz 2011 (GWG).
  • Die strategische Gasreserve umfasst 20 TWh und entspricht somit ca. 25 Prozent des österr. Jahresverbrauchs, der durchschnittlich 82,5 TWh beträgt.
  • Die strategische Gasreserve im Ausmaß von 20 TWh deckt ca. ein Viertel des durchschnittlichen jährlichen Gasverbrauchs in Österreich (ca. 82,5 TWh im Zeitraum 2021-2025) ab und kann nur im Energielenkungsfall (§ 4 Abs. 1 EnLG 2012) freigegeben werden.
  • Gasspeicher und strategische Gasreserve - der Unterschied: Der Großteil des Gases in den österreichischen Speichern gehört privaten Unternehmen, die damit ihre Kundinnen und Kunden im Winter versorgen. Zusätzlich hält der Staat eine eigene Reserve von 20 Terawattstunden bereit, die für den Krisenfall aufgehoben wird.

Kontakt

Presseabteilung: presseabteilung@wirtschaftsministerium.at