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Spitzenfeld bei Versorgungssicherheit: Österreich energiepolitisch stabil

"Österreich steht bei der Versorgungssicherheit im europäischen Spitzenfeld – unsere Speicherkapazität übersteigt im Unterschied zum Großteil der europäischen Staaten den Jahresverbrauch, und diese sind am Ende der Heizsaison noch gut gefüllt. Diese Resilienz ist das Ergebnis konsequenter Diversifizierung seit 2022. Natürlich reagieren Märkte sensibel auf geopolitische Spannungen – wie stark sich das auf Endkundenpreise auswirkt, werden die kommenden Tage zeigen. Wir beobachten die Lage daher laufend in einer eigenen Taskforce im Wirtschaftsministerium und handeln faktenbasiert und mit Augenmaß", so Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

"In der neu eingesetzten Taskforce wurde das aktuelle Lagebild ausführlich erörtert. Derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Gefährdung der Versorgungssicherheit. Die weitere Entwicklung, insbesondere bei den Energiepreisen, hängt maßgeblich von den Ereignissen im Nahen Osten ab. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Straße von Hormus sowie die Frage, ob es dem Iran gelingt, eine Blockade dauerhaft durchzusetzen. Aktuell passieren weiterhin einige Tanker, vor allem chinesische, diese kritische Meerenge. Sowohl die USA als auch China haben gegenwärtig kein Interesse an hohen Energiepreisen, was im Falle der USA sowohl zu einer militärischen Lösung als auch zu einer Ausweitung der Öl- und Gasförderung und im Falle Chinas durch politische Einflussnahme auf den Iran zu einer Eindämmung der Preisentwicklung führen könnte", so WIFO-Ökonom und WU-Professor Harald Oberhofer.

Österreich bei Versorgungssicherheit im europäischen Spitzenfeld

Österreich verfügt über eine technische Gasspeicherkapazität von rund 100 TWh – das entspricht einem Volumen, das deutlich über dem jährlichen Gasverbrauch (2025: 80,4 TWh) liegt.

Eine vergleichbare Relation zwischen Speicherkapazität und Jahresverbrauch gibt es europaweit nur in Lettland und der Ukraine).

Der aktuelle Speicherfüllstand liegt am Ende der Heizsaison bei über 36 Prozent (Ende Februar). Darin enthalten sind eine strategische Gasreserve von 20 TWh, Das entspricht rund zwei kalten Wintermonaten

Selbst im heurigen Winter mit Spitzenverbräuchen von bis zu 400 GWh pro Tag war die Versorgung jederzeit gesichert.

Im Ölbereich bestehen Notstandsreserven für 90 Tage (2,65 Mio. Tonnen Erdöleinheiten, rund ein Viertel des Jahresverbrauchs).

EU-Vergleich (Speicherfüllstände)

Land Füllstand Jährlicher Verbrauch Speicher im Verhältnis zum Jahresverbrauch
Österreich >36 % 78,2000 TWh Speicher > Jahresverbrauch
Deutschland ~21 % 903,9000 TWh Speicher ~¼ des Jahresverbrauchs
Frankreich ~20 % 368,0000 TWh Speicher ~⅓ des Jahresverbrauchs
Niederlande ~10 % 300,1500 TWh deutlich unter Jahresverbrauch
Lettland 19 % 9,2000 TWh Speicher > Jahresverbrauch
Portugal 76,72 % 42,5500 TWh Portugal verfügt über 3,57 TWh Speicher bei einem Jahresverbrauch von 42,5 TWh.

Quelle: https://app.23degrees.io/view/xIUziAM7T1PR5YOq-choro-aktuelle-lage-der-gasspeicher-in

Diversifizierung wirkt

Österreich ist heute nicht mehr von einem einzelnen Lieferland abhängig.

Gasbezug

•    Über Deutschland (ca. 69 Prozent): norwegisches Pipelinegas & LNG
•    Über Italien (ca. 31 Prozent): Pipelinegas aus Nordafrika & LNG
•    Größter LNG-Lieferant der EU: USA (≈60 Prozent)
•    Katar: rund 15 Prozent der EU-LNG-Importe

Ölversorgung

•    Nationale Förderung: rund 10 Prozent
•    Jährliche Importe: 9–10 Mio. Tonnen
•    Hauptlieferanten: Kasachstan (56 Prozent), Libyen (14 Prozent), Saudi-Arabien (12 Prozent)

Österreich importiert kein Gas und kein Rohöl aus dem Iran.
Das Handelsvolumen mit dem Iran lag zuletzt bei rund 114 Mio. Euro (ohne energiepolitische Bedeutung). 

Straße von Hormus: Global relevant, direkte EU-Abhängigkeit begrenzt

Die Straße von Hormus ist eine zentrale globale Transitroute:
•    25 Prozent des weltweiten Seehandels mit Öl
•    20 Prozent des globalen LNG-Angebots
•    rund 20 Mio. Barrel pro Tag
Rund 80 Prozent der Lieferströme gehen jedoch nach Asien. Nur etwa 10 Prozent des Tankerhandels über Hormus ist für die EU bestimmt (≈4 Prozent des weltweit für die EU bestimmten Tankerhandels).

Für Österreich liefen 2025 rund 16 Prozent der Rohölimporte (Saudi-Arabien, Irak) über diese Route. Eine Blockade hätte voraussichtlich globale Preiswirkungen, aber keine unmittelbare Versorgungsunterbrechung für Österreich.

Taskforce "Versorgungssicherheit"

Das BMWET hat gemeinsam mit WIFO, ASCII, E-Control und WKO eine Taskforce eingerichtet.
Schwerpunkte:

  • tägliches Marktmonitoring (CEGH, Futures, Spot, EU-Oil-Bulletin)
  • Lieferketten- und Transportanalysen
  • Szenarienbewertungen
  •  Prüfung strategischer Instrumente
  • volkswirtschaftliche Auswirkungen

Zusätzlich wurde das IHS beauftragt, die laufende Sonderuntersuchung der Treibstoffpreise zu erweitern – insbesondere zur Weitergabe von Preissenkungen.

Kontakt

Presseabteilung: presseabteilung@wirtschaftsministerium.at