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Zehetner zu 80 Jahre Antibiotikaproduktion: Kundl ist nicht nur Industriegeschichte, sondern Europas Sicherheitsreserve moderner Medizin BMWET setzt auf starke Pharma-Produktion in Österreich - Sandoz-Standort Kundl ist europäischer Vorzeigestandort für Versorgungssicherheit, Souveränität und industrielle Stärke

Seit 80 Jahren steht Kundl für pharmazeutische Produktion auf Weltklasseniveau. Was 1946 mit einer mutigen Idee in einer stillgelegten Brauerei begann, ist heute einer der bedeutendsten Pharmastandorte Europas. Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Antibiotikaproduktion bei Sandoz in Kundl betont Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Zehetner die strategische Bedeutung des Standorts für Österreich und Europa. "Kundl ist eine der großen industriellen Erfolgsgeschichten Österreichs. Und diese Erfolgsgeschichte wird bis heute weitergeschrieben. Hier in Tirol wird seit 80 Jahren produziert, geforscht und versorgt. Das ist nicht nur ein starkes Kapitel österreichischer Industriegeschichte, das ist ein Beitrag zur medizinischen Sicherheit Europas", so Zehetner bei der Jubiläumsfeier in Kundl.

Der Standort Kundl gilt europaweit als einzigartig. Sandoz betreibt hier die letzte große vollständig vertikal integrierte Penicillinproduktion Europas. Von Tirol aus werden Penicillinprodukte in mehr als 100 Länder geliefert, jährlich werden über 4.000 Tonnen pharmazeutische Produkte hergestellt. "Antibiotika wie Penicillin sind das Rückgrat der modernen Medizin. Ohne verlässlichen Zugang zu ihnen wären Routineoperationen, Krebstherapien oder intensivmedizinische Behandlungen schlicht nicht möglich. Kundl ist ein Eckpfeiler europäischer Souveränität und Widerstandsfähigkeit", betont Zehetner.

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten deutlich gezeigt, wie verletzlich globale Lieferketten seien. Gerade bei kritischen Arzneimitteln müsse Europa strategische Abhängigkeiten reduzieren und eigene Produktionskapazitäten stärken. "Wir haben gelernt, dass Versorgungssicherheit nicht erst im Krisenfall beginnt. Sie beginnt dort, wo in Europa produziert wird. Kundl zeigt, dass pharmazeutische Produktion in Europa möglich ist, wenn Standort, Unternehmen und öffentliche Hand gemeinsam Verantwortung übernehmen", so Zehetner.

50 Millionen Euro für Versorgungssicherheit

Die jüngsten Investitionen am Standort Kundl sichern die Versorgung mit kritischen Antibiotika, schaffen hochwertige Arbeitsplätze, stärken die regionale Wertschöpfung und festigen Österreichs Rolle als führender Pharmastandort. Die österreichische Bundesregierung und das Land Tirol haben diese Investitionen mit insgesamt 50 Millionen Euro unterstützt. "Diese Unterstützung ist gut investiertes Geld. Sie sichert Medikamente, Arbeitsplätze und industrielle Kompetenz in Österreich. Wer kritische Arzneimittel in Europa haben will, muss auch dafür sorgen, dass ihre Produktion hier wirtschaftlich möglich bleibt", sagt Zehetner.

Life Sciences als Schlüsseltechnologie für Österreich

Die Bundesregierung werde den Bereich Life Sciences und Biotechnologie weiter stärken. In der Industriestrategie seien diese Bereiche bereits als Schlüsseltechnologien verankert. Zusätzlich werde an einer eigenen Life Sciences Strategie gearbeitet, deren Gespräche bereits begonnen haben und in den kommenden Monaten vertieft werden. "Österreich hat im Pharmabereich enormes Potenzial. Wir haben starke Unternehmen, exzellente Forschung, qualifizierte Fachkräfte und Standorte wie Kundl, die international Maßstäbe setzen. Unser Ziel ist klar: Österreich soll ein starker, resilienter und wettbewerbsfähiger Pharmastandort bleiben", erklärt Zehetner. Auch auf europäischer Ebene sieht Zehetner wichtige Fortschritte. Die politische Einigung auf den Critical Medicines Act sei ein notwendiger Schritt, um Europas pharmazeutische Souveränität zu stärken. Besonders wichtig sei dabei, dass öffentliche Beschaffung künftig nicht ausschließlich nach dem billigsten Preis ausgerichtet werde, sondern auch Versorgungssicherheit, diversifizierte Lieferketten und Produktion in Europa stärker berücksichtige.

Abschließend dankt Zehetner der Geschäftsführung sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Sandoz für ihre Leistung in den vergangenen acht Jahrzehnten. "80 Jahre Antibiotikaproduktion in Kundl sind 80 Jahre Verantwortung, Innovation und Versorgungssicherheit. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diesen Standort zu dem gemacht haben, was er heute ist: ein Vorzeigestandort für Österreich und ein Sicherheitsanker für Europa."

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