Digital Skills Barometer bestätigt: Schlüsseltechnologien entscheiden über Wettbewerbsfähigkeit Ergebnisse 2025/26 zeigen wachsende Kompetenzlücke bei KI, Cloud und Data
Österreich nutzt digitale Technologien zunehmend breit, doch die dafür notwendigen Kompetenzen entwickeln sich deutlich langsamer. Das zeigt das Digital Skills Barometer 2025/2026, das heute präsentiert wurde.
Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer ordnet die Ergebnisse ein:
"Die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts entscheidet sich in Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz, Cloud, Data und Cybersecurity. Genau diese Zukunftsfelder adressieren wir mit unserer Industriestrategie 2035. Technologie allein reicht nicht – wir brauchen die Kompetenzen im Land, um Innovation, Produktivität und industrielle Wertschöpfung nachhaltig abzusichern. Deshalb stellen wir jetzt die richtigen wirtschafts- und industriepolitischen Weichen."
Digitale Kompetenzen sind damit nicht nur eine Frage der Bildung, sondern zentraler Bestandteil moderner Standort- und Industriepolitik – insbesondere in strategischen Technologiefeldern.
Große Nutzung, deutliche Kompetenzlücke
Die Studie basiert auf einer repräsentativen Online-Erhebung unter 2.273 Personen (davon 1.522 Erwerbstätige) im Zeitraum Juli bis Oktober 2025. Erhoben wurden Selbsteinschätzung und objektives Wissen auf Basis des Kompetenzmodells DigComp 2.3 AT.
Zentrales Ergebnis:
Die Befragten bewerten ihre digitalen Fähigkeiten im Schnitt mit 63 von 100 Punkten, erreichen im objektiven Wissenstest jedoch nur 35 Punkte. Der Technology Skills Gap beträgt 28 Punkte – rund eineinhalb Kompetenzstufen.
Knapp 60 Prozent bewegen sich auf den unteren beiden Kompetenzstufen und benötigen laufende Unterstützung. Nur 42 Prozent verfügen über Kompetenzen für einen selbstständigen, sicheren und reflektierten Einsatz digitaler Technologien.
Besonders ausgeprägt ist der Rückstand in zentralen Technologiefeldern:
- Cloud: 35 Punkte
- Data: 23 Punkte
- Künstliche Intelligenz: 30 Punkte
Gleichzeitig wächst die Nutzung: 81 Prozent verwenden Cyber-Anwendungen, 65 Prozent Cloud-Tools und 51 Prozent bereits KI-Anwendungen.
Resilienz, Umsetzungskraft und Mindset
Erstmals analysiert das Barometer systematisch digitale Resilienz – also Lernbereitschaft, Anpassungsfähigkeit und Problemlösungskompetenz im technologischen Wandel. Rund die Hälfte fühlt sich hier ausreichend gewappnet, die andere Hälfte hat deutlichen Unterstützungsbedarf.
Nur 44 Prozent der Erwerbstätigen nehmen in ihrem Unternehmen klare Voraussetzungen für digitale Wettbewerbsfähigkeit wahr – etwa eine konsistente Strategie, Priorisierung und wirksame Umsetzung.
Das digitale Mindset ist hingegen stärker ausgeprägt: 52,5 Prozent zeigen eine chancenorientierte, lernbereite Haltung. Die Einstellung ist damit oft weiter als die organisatorische Umsetzung.
Wirtschaft: Kompetenz als strategische Ressource
fit4internet-Präsident Ing. Mag. Markus Schaffhauser, CMC, betont:
"Das Digital Skills Barometer zeigt sehr deutlich: Wir haben kein Technologie-, sondern ein Kompetenzproblem. Wenn KI-Nutzung schneller wächst als das Verständnis für Cloud, Data und Cybersecurity, entsteht ein strukturelles Risiko für Unternehmen und den Standort. Digitale Kompetenz ist keine Zusatzqualifikation mehr, sondern eine wirtschaftliche Kernressource. Wer hier nicht systematisch investiert, verliert Innovationskraft, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit."
Auch Industrie- und Technologievertreter unterstreichen: Digitalisierung ist zentrale Standortchance, setzt aber Kompetenz, Vertrauen und Sicherheit voraus – insbesondere in Bereichen wie Cybersecurity und Data Governance.
Evidenz für gezielte Maßnahmen
Mit dem Digital Skills Barometer 2025/2026 liegt eine fundierte Grundlage vor, um Qualifizierungsmaßnahmen, Unternehmensstrategien und wirtschaftspolitische Initiativen gezielt weiterzuentwickeln.
fit4internet unterstützt den Kompetenzaufbau insbesondere im Mittelstand (50–249 Mitarbeitende) durch:
- Leitfaden "Der Digitale Durchblick" (Cloud, Daten, KI)
- Kostenfreie DigComp-Assessments für KMU (Start Q2/2026)
- Frei zugängliche Online-Kurse über die Cisco Networking Academy
Das Unterstützungspaket entspricht bei Vollausschöpfung einem Gegenwert von rund 10 Millionen Euro.
Detaillierte Studienergebnisse sind ab Ende März unter www.fit4internet.at abrufbar.
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