Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Gebrauch von Cookies erlaubt uns Ihre Erfahrungen auf dieser Website zu optimieren. Wir verwenden Cookies zu Statistikzwecken und zur Qualitätssicherung. Durch Fortfahren auf unserer Website stimmen Sie dieser Verwendung zu. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemeinsam Zukunft produzieren. Industriestrategie Österreich 2035

Österreich befindet sich nach einer Phase der Rezession nun wieder in einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs. Aufgabe und Anspruch der Bundesregierung ist es, diesen Aufschwung weiter anzukurbeln. Von zentraler Bedeutung für unseren Wirtschaftsstandort ist die Industrie, sie hat eine lange Tradition und unsere wettbewerbsfähigen und hochinnovativen Unternehmen sind ein Garant unseres Wohlstands und für Jobs. Gleichzeitig sieht sich die Industrie mit einer schwindenden Wettbewerbsfähigkeit, geopolitischen Verwerfungen und einer hohen Dynamik der technologischen Transformation konfrontiert. 

Erstmals gibt die österreichische Bundesregierung daher mit einer Industriestrategie eine klare Weichenstellung und strategische Richtung vor. Damit bekennen wir uns zu einem starken Produktionsstandort Österreich und unmissverständlich zur heimischen Industrie.

Stoppen wir die Deindustrialisierung und starten wir eine Neu-Industrialisierung Österreichs.

Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer
Bundesminister Wolfgang Hattmannsdorfer;  Foto: Max Mayrhofer

Ziel der Industriestrategie ist langfristiges Wachstum sowie die Sicherung und Wiedererlangung von wirtschaftlicher und technologischer Kompetenz durch die erstmalige Definition von Schlüsseltechnologien, die Entwicklung von strategischen Technologien von der Forschung bis zur Marktreife, sowie verbesserte Anreize für industrielle Ansiedelungen und Innovationen über die Legislaturperiode hinaus.

Wir wollen die Stärken der österreichischen Industrie stärken und Chancen nutzen, sowie optimale Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung, Innovation, Produktion und Export schaffen. Die Industriestrategie ist das Ergebnis eines breit angelegten Prozesses, den ich gemeinsam mit meinen Regierungskollegen Peter Hanke und Sepp Schellhorn federführend begleiten durfte. Insgesamt wurden 114 Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern erarbeitet, um Innovation zu fördern, Resilienz zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer
Bundesminister

Unsere Vision: Österreich unter die TOP-10 bringen.

Bis 2035 zählen wir zu den zehn wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt.

Die sechs Ziele der Industriestrategie

  1. Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit
  2. Weiterentwicklung wirtschaftlicher Souveränität in und mit Europa
  3. Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Innovationskraft
  4. Ausbau wirtschaftlicher Resilienz
  5. Stärkung nachhaltiger und zirkulärer Produktion
  6. Entwicklung des Fachkräftepotenzials

Jedes Ziel ist mit einer bzw. mehreren konkreten Leistungskennzahlen zur Messung und zum aktiven Monitoring versehen. Zentrale Kennzahl zur Erfolgsmessung ist der Industrieproduktionsindex, mit dem der Produktions-Output unserer Industrie gemessen wird. Unser Ziel ist, den Output der Industrieproduktion zu steigern und so unter die Top-10 der OECD zu kommen. Zusätzlich ist es unser Ziel, den Wertschöpfungsanteil der Industrie, gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung, auf 20 Prozent zu steigern (2024: 16,9 Prozent)

Schlüsseltechnologie-Offensive als Herzstück der Industriestrategie

Wir definieren erstmals 9 Schlüsseltechnologien und Stärkefelder. Für gezielte Investitionen in diese Technologien wird ein Förderbudget im FTI-Pakt bis 2029 von rund 2,6 Milliarden Euro bereitgestellt.

Schlüsseltechnologien
Foto: BMWET

Innovation, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

Die Industriestrategie umfasst ein Bündel von 114 leistungsstarken Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern. Diese stehen stellvertretend für ein ambitioniertes, industriepolitisches Programm der nächsten Jahre. In der Folge finden sich ausgewählte Maßnahmen:

Innovation fördern

  • Schlüsseltechnologie-Offensive & FTI-Maßnahmen - 2,6 Mrd. Euro
  • Neuausrichtung der Programmportfolios von FFG & aws im Zuge des FTI-Pakts 2027-2029 anhand der definierten Schlüsseltechnologien
  • Neuausrichtung der Christian Doppler-Gesellschaft durch Fokus auf den Transfer von Wissen und Fachkräften im Schlüsseltechnologiebereich von der Wissenschaft in die Industrie
  • Weiterentwicklung der Austrian Business Agency, bspw. Neuausrichtung der Invest in Austria und Ausweitung des Standortmarketings auf Wachstumsmärkte und aktive Fachkräfteanwerbung
  • Stärkerer Fokus auf Verwertung bei COMET-Zentren und Neuausrichtung von COMET-Modulen auf Schlüsseltechnologien
  • Aufbau von Unternehmensökosystemen an Universitäten durch die Verankerung von Technologietransfer- & Spin-off-Maßnahmen sowie Entrepreneurship Education
  • Neues FFG-Flagship Programm zum Aufbau von Forschungsökosystemen rund um Leitbetriebe
  • Regulatory Sandboxes: gesetzliche Rahmenbedingungen für Experimentierräume als innovative Testumgebung für Schlüsseltechnologien

Resilienz schaffen

Patriotisches Vergaberecht & Förderpolitik - Leitprinzip "Made in Europe & Partner Countries"

  • Klares Bekenntnis zur nationalen und europäischen Wertschöpfung bei öffentlichen Beschaffungen durch einen von der Bundesregierung festgelegten Aktionsplan "Strategische Öffentliche Beschaffung"
  • Gesetzliche Verankerung des Leitprinzips "Made in Europe & Partner Countries" und Stärkung des qualitativen Bestbieterprinzips im Vergaberecht
  • Die Einführung der Möglichkeit für europäischen Mindestwertschöpfungsanteil (local content) in der EU-Vergabe-Richtlinie vorantreiben 
  • Ausrichtung des Fördersystems vorrangig auf europäische und heimische Produkte (Best Practice: "Made-in-Europe-Bonus" beim EAG-Investitionszuschuss)

Defense Sektor

  • Reform der Exportkontrolle durch eine gesamthafte Überarbeitung und Vereinheitlichung des Außenwirtschaftsgesetzes mit dem Ziel, Prüf- und Bewilligungsprozesse zu optimieren und beschleunigen.
  • Zur Stärkung der Innovationskraft der Sicherheitsindustrie wird ein neues Security Innovation Ecosystems aufgebaut

Digitale Souveränität

  • Etablierung digitale Souveränität als Kriterium im Förder- & Beschaffungswesen - um Abhängigkeit bei Soft- & Hardware-Lösungen aus Drittstaaten sukzessive zu reduzieren
  • Bestehende Förderungen im Bereich Digitalisierung werden nach dem Vorbild "Made in Europe-Bonus" in Bezug auf digitale Souveränität weiterentwickelt
  • Aufbau einer österreichischen Rechenzentruminfrastruktur
  • Kennzeichnung von Rechenzentren gemäß European Cloud Certificate Scheme zur Schaffung von Transparenz für heimische Unternehmen
  • Auftrag an Bundesbeteiligungen zur Verwendung von Europäischen Cloud-Lösungen

Investitionskontrollgesetz

  • Umfassende Rechtsgrundlage, um ausländische Übernahmen oder Beteiligungen an österreichischen Unternehmen allenfalls zu untersagen
  • Anpassung des Investitionskontrollgesetzes in Hinblick auf besonders sensible Branchen und kritische Infrastruktur sowie europäischem Informationsaustausch

Sicherung strategischer Rohstoffe

  • Nutzung heimischer und europäischer Primärressourcen
  • Aufbau von digitalen Ressourcenplattformen für den Handel von Sekundärrohstoffen
  • Entwicklung nachhaltiger Materialinnovationen durch Forschung zur Substitution kritischer und potenziell problematischer Rohstoffe
  • Aufbau alternativer Beschaffungsquellen und strategischer Partnerschaften für kritische Rohstoffe

Wettbewerbsfähigkeit stärken

Sicherung wettbewerbsfähiger Energiepreise

  • Einführung eines Industriestrompreises ab 2027 und Verlängerung des Industriestrombonus (SAG) bis 2029
  • Aufhebung der CO2-Speicher-Verbots (CCS) sowie Nutzung CO2 als Rohstoff (CCU)
  • Modernisierung und Leistungsstärkung des Österr. Netzinfrastruktur Plans (ÖNIP): Dämpfung der Netzkostensteigerung, Ausbau von Speicherkapazitäten
  • Umsetzung einer Kraftwerksstrategie sowie Potenzialanalyse für Wasserkraft und Pumpspeicherkraftwerke
  • Fokus Wasserstoff – Aufbau eines Wasserstoffstartnetzes 

Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte und Qualifizierungsoffensive für Fachkräfte

  • Volldigitalisierung des Antrags- & Bearbeitungsprozesses
  • Einführung eines Pilotprojekts "Rot-Weiß-Rot-Karte" für volljährige Lehrlinge und Vereinfachtung für für Selbständige & Startup Gründer
  • Erleichterter Zugang für Studierende aus Drittstaaten, welche an einer österreichischen Hochschule graduieren sowie Forschende
  • Öffnung der RWR-Karte für Arbeitskräfteüberlasser
  • Zeitliche Ausweitung Job-Seeker Visum bis das Erstverfahren abgeschlossen ist

Weiterentwicklung der Garantien als budgetschonendes Instrument

  • Vollständige Nutzung des EU-beihilferechtlichen Rahmens, z.B. Erweiterung um CISAF
  • Exporte von nicht letalen Kriegsmaterialien können künftig mit Garantien versehen werden
  • Zielgerichtete Weiterentwicklung der Exportgarantien mit besonderem Fokus auf den Wiederaufbau der Ukraine

Die Umsetzung der Industriestrategie hat bereits begonnen

Industriestrategie - Quick Wins 2026
Industriestrategie - Quick Wins 2026,  Foto: BMWET

Das Wirtschaftsministerium hat mit der Umsetzung der folgenden Maßnahmen bereits begonnen:

  • Außenwirtschaftsgesetz
  • Versorgungssicherheitsgesetz
  • Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz
  • Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz
  • Die aws wurde mit der Umsetzung des Schlüsseltechnologie-Standortpakets beauftragt
  • Start der Markterkundung für das "Important Project of Common European Interest" für fortschrittliche Halbleitertechnologien

Messbare Ziele und konkreter Plan

Das Monitoring der Industriestrategie 2035 erfolgt entlang der sechs definierten strategischen Zielen und auf Basis ausgewählter Leistungskennzahlen, welche einem fortlaufenden Review-Prozess unterliegen.

  • Der Produktivitätsrat wird seinen jährlichen Produktivitätsbericht um ein Wettbewerbsfähigkeitsradar erweitern und die Fortschritte messen sowie allfällige Empfehlungen abgeben. 
  • Eine neue Task Force Industrie, (BMWET, BMIMI, BMEIA, Sozialpartner, Industriellenvereinigung, Experten) bewertet die jährlichen Ergebnisse. 
  • Darauf aufbauend legt die Bundesregierung jährlich einen Bericht zur Umsetzung der Industriestrategie vor.
  • Alle drei Jahre erfolgt eine externe wissenschaftliche Evaluierung der Industriestrategie.

Partizipativer Prozess stellt Industriestrategie auf fundierte und breite Basis

Die Industriestrategie wurde in einem breiten, partizipativen Stakeholder-Prozess unter der Leitung der Plattform Industrie 4.0 erarbeitet. Aktiv eingebunden waren die Sozialpartner, die Industriellenvereinigung (IV), zahlreiche Agenturen (Austria Business Agency (ABA), Austrian Institute of Technology (AIT), Austria Wirtschaftsservice (aws), Christian Doppler Forschungsgesellschaft (CDG), Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) & die Standortagenturen der Bundesländer), Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft sowie viele Fachexpertinnen und -experten. 

Sounding Boards“ ermöglichten es, unterschiedlichste Perspektiven und Interessen (Unternehmen, Beschäftigte, Wissenschaft) zu reflektieren und zu verarbeiten. Darüber hinaus wurden wissenschaftliche Studien und Analysen berücksichtigt. Das Ergebnis der Strategie wurde mit anerkannten Wirtschaftsexperten diskutiert.